Thomas-Schulz-Gedenkdemo am 03.04.

Vor nunmehr fünf Jahren wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz mitten in der belebten Dortmunder Innenstadt von einem jugendlichen Neonazi brutal niedergestochen. Thomas erlag wenig später seinen Verletzungen. Auch in diesem Jahr werden wir wieder lautstark und eindringlich darauf hinweisen, dass es in Dortmund ein massives Problem mit Neonazis gibt und abermals werden wir die gesellschaftlichen Verhältnisse fokussieren, die Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Scheußlichkeiten täglich aufs Neue reproduzieren. Wir wollen Thomas und allen anderen Opfern extrem rechter Gewalt gedenken und unseren Protest gegen kapitalistische Verwertungslogik, nationales Zwangskollektiv und gesellschaftliche Gewaltverhältnisse auf die Straße tragen.

Wie jedes Jahr rufen wir deshalb zur antifaschistischen Thomas-Schulz-Gedenkdemonstration in Dortmund auf!

Den ganzen Aufruf lesen. Weiteres Material gibt es hier.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
03.04.2010 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)

No-go-areas für Nazis erkämpfen!
Deutschland in den Rücken fallen!
Für eine starke antifaschistische Jugendkultur!

Achtet auf Ankündigungen und Änderungen!
http://antifaunion.blogsport.de

Gegen die Kriminalisierung von antifaschistischem Protest: Plakataktion in Unna

Gegen die Kriminalisierung von antifaschistischem Protest: Plakataktion in Unna

Wie in zahlreichen weiteren Städten protestierten heute auch in Unna nach einem kurzfristigen Aufruf des Bündnis gegen Rechts Antifaschist_innen gegen die Kriminalisierung des Bündnis „Nazifrei: Dresden stellt sich quer“ durch die sächsichen Behörden.

Hintergrund ist das Vorgehen gegen das Dresdener Bündnis, welches bundesweit gegen den europaweiten Nazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden mobilisiert. Am 19. Januar wurden in Berlin und Dresden Räume durchsucht und Plakate des Bündnisses beschlagnahmt. Bei einer öffentlichen Plakatieraktion am 20. Januar wurden die LINKE-Abgeordnete Dorothée Menzner und vier jugendliche Antifaschisten in Berlin festgenommen, weil auf dem Plakat ein Blockade-Aufruf enthalten war. Mit dem gleichen Vorwurf wurde auf Betreiben der Staatsanwaltschaft die Internetseite des Bündnisses vom Netz genommen.

Wir protestieren gegen dieses Vorgehen, und bestehen darauf: Es ist legitim und notwendig Naziaufmärsche zu blockieren. Wir freuen uns dass wir mit dieser Meinung nicht allein stehen: In den letzten Tagen hat es eine Vielzahl von Aktionen (1 2 3 4 5) zur Unterstützung des Blockadebündnisses gegeben. Die Internetseite des Bündnisses ist umgezogen und unter http://dresden-nazifrei.com wieder erreichbar. Aus vielen Städten in NRW fahren Busse nach Dresden, um an den Blockaden teilzunehmen.

Fahrt nach Dresden! Informationen zu Bussen, Infoveranstaltungen, Blockadetrainings und, und, und… findet ihr unter:

Blockadebündnis: Nazifrei: Dresden stellt sich quer!
Antifa-Mobilisierung: No Pasaran Venceremos / Keine Versöhnung mit Deutschland
NRW-Koordinierung: No Pasaran NRW

Demonstration in Unna

Am vergangenen Sonntag, dem 06.12.2009, fand in der Unnaer Innenstadt eine von der Jugendgruppe “Angry Youth Brigade” organisierte Demonstration statt.
Die ca. 60 Teilnehmer_innen gingen unter dem Motto “Nikoläuse gegen rechts” auf die Straße, um ihrem Unmut über Neonazis Luft zu machen.

In ihrem Aufruf weisen die Organisator_innen auf die steigende Aktivität von Rechtsextremen im Kreis Unna und auf die Verstrickungen zwischen NPD und gewalttätigen Neonazis, den sog. “Autonomen Nationalisten” hin. “So trat er [NPD Kreisverbandsvorsitzender Voß] unter anderem als Presseverantwortlicher eines Flyers des NWUs in Erscheinung. Dieses Flugblatt zeigte direkt neben dem Symbol der Gruppe einen Molotowcocktail.”, heißt es im Aufruf der “Angry Youth Brigade”.

Wir begrüßen, dass in Unna immer wieder vielfältige Aktionen stattfinden, die auf die Probleme mit Neonazis hinweisen. Eben dieses Problembewusstsein zeichnet die Region gegenüber anderen Städten und Gemeinden aus, in denen allzu häufig das Problem kleingeredet und verschwiegen wird.

Wie im letzten Jahr sollte die Route der Demonstration durch die Parkstraße führen, um NPD Kreisverbandsvorsitzenden Hans Jochen Voß einen Nikolausbesuch abzustatten. Warum die Polizei diese nette Geste in diesem Jahr mit ihrem Verbot verhindert hat, bleibt uns ein Rätsel.

Neonazi-Outings im Raum Unna

Wie in Berichten der Webseite Indymedia zu erfahren war, wurden am 25. und 26.11. in Fröndenberg und Unna (im Bereich des Schulzentrum Nord) Flugblätter und Plakate verteilt, die die Nachbarschaft und Schüler_innen darüber informierten, dass sich in ihrem Wohnumfeld Neonazis des “Nationalen Widerstand Unna” befinden.

Die Verfasser_innen der Outings klären die Leser_innen über die drei NWU-Aktivisten Bastian Löhr , Christoph Komotzki und Alexander Wilhelm auf. In den auf Indymedia veröffentlichten Schreiben der „Antifaschistischen Aktionsgruppen aus NRW“, die sich bereits zu mehreren Aktionen in Unna bekannten, werden unter anderem klare Forderungen an die Neonazis gestellt:

1.) Die sofortige Auflösung der Gruppe “Nationaler Widerstand Unna”
2.) Die Löschung der Internetpräsenz der Gruppe

Adventskalender 2.0

Auch dieses Jahr gibt es mit dem Dortmunder „Antifa-Adventskalender 2.0“ (Indymedia berichtet) erneut einen Grund mehr für hiesige Nazis, sich um ihre Anonymität zu sorgen. Die bereits oben Genannten wurden dort am ersten Adventssonntag zusammen mit dem Unneraner Neonazi Dominik Romannski mit einem Foto und einem kurzen Kommentar auch im Internet geoutet.
Laut “afa-advent-crew” will der Adventskalender, wie bereits im letzten Jahr, “dabei helfen, neonazistische Angriffe aufzuklären” und den Neonazis “ihre Handlungsspielräume (…) nehmen.” Dazu würden nun zu jedem Advent Neonazis aus dem östlichen Ruhrgebiet, insbesondere Dortmund, geoutet.

Antifaschistische Lesung in Unna

Neonazis versuchten erfolglos Veranstaltung zu stören

Am Freitagabend fand im Atelier der Lindenbrauerei eine Lesung mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Die Linke) aus ihrem Buch „Und morgen…? Die Extreme Rechte in Sachsen“ statt. Etwa 15 Neonazis versuchten die Veranstaltung zu stören, konnten aber von den anwesenden Antifaschist_innen am Betreten des Lindenbrauerei-Geländes gehindert werden.

Die Nazi-Gruppe, unter ihnen Mitglieder der Kameradschaften aus Unna, Dortmund und Hamm, tauchten ein Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn auf. Ihr Ziel, anreisende BesucherInnen durch ihre Präsenz einzuschüchtern, wurde nicht erreicht. Anwesende AntifaschistInnen versperrten ihnen den Weg, die Polizei verwies sie später des Platzes. Die Veranstaltung konnte ohne weitere Störungen beginnen.

Kerstin Köditz las einige Kapitel aus ihrem Buch, die sich mit unterschiedlichen Spektren und Aktionsfeldern der extremen Rechten in Sachsen beschäftigten: mit dem professioneller werdenden Auftreten der NPD in Kreis- und Stadträten oder der Demonstrationspolitik der parteifreien Neonazis des „Freien Netz Sachsen“. Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, um die Situation in Sachsen und NRW, antifaschistische Strategien und die Politik staatlicher Behörden.

Besonders kritisiert wurde die zunehmende Bezugnahme auf die Extremismustheorie, die links und rechts gleichsetzte und nicht zur Lösung des Problems beitrage. Ebenso wurden die Versuche des Verfassungsschutz sich als zivilgesellschaftlicher Akteur gegen Rechts z.B. in der Bildungsarbeit aufzuspielen, skandalisiert. Das gehöre nicht zu den Aufgaben des Geheimdienstes, dessen Daseinsberechtigung im Kampf gegen die extreme Rechte eh im höchsten Maße fragwürdig sei, wie V-Mann-Skandale immer wieder bewiesen. Deutlich wurde in der Veranstaltung auch, wie weit die hiesige NPD ihren Gesinnungsfreunden in Sachsen noch hinterherhinkt. Bei den Freien Kameradschaften existieren solche gravierenden Unterschiede nicht.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der extremen Rechten sind vor allem linke, widerständige Jugendkulturen zu stärken. In Unna-Königsborn fand am Abend ein sehr gut besuchtes und spaßiges Hardcore- und Punkkonzert statt. Antifaschistische Jugendkultur live! Auch hier waren sich die Anwesenden einig: let`s fight white pride!

Presse:
DerWesten: Rechte stören Linke-Lesung.
DerWesten: Rechtsextreme Randale nimmt zu.

Informationsveranstaltung von DIE LINKE und Antifa UNited

Der Ortsverbands DIE LINKE Kamen-Bergkamen-Bönen und die Antifa UNited laden ein:

zu einer Lesung mit der sächsischen Landtagsabgeordneten der Partei DIE LINKE. Kerstin Köditz aus ihrem Buch „Und Morgen… Die extreme Rechte in Sachsen“

am Freitag, den 20. November 2009 um 19.30 Uhr
im Atelier der Lindenbrauerei Unna
Massener Straße 31-35

Zivilcourage ist wichtig, ebenso eine funktionierende Zivilgesellschaft. Aber selbst wenn beides vorhanden wäre, könnte damit allein der Aufstieg der NPD nicht gestoppt werden. Der „Aufstand der Anständigen“ bleibt Stückwerk ohne den „Aufstand der Zuständigen“. Der allerdings ist in Sachsen die Ausnahme. Stück für Stück verankert sich die extreme Rechte in der Mitte der Gesellschaft. Auf der Straße, in den Köpfen, in den Parlamenten…

Kerstin Köditz dokumentiert und analysiert das Agieren der Neonazis und der Gegenwehr. Sie berichtet über Strategie, Positionen und Personen der extremen Rechten. Sie weiß: Je weniger links die Linke ist, desto rechter wird die Rechte.

Kerstin Köditz, geboren 1967, lebt in Grimma. Studium der Philosophie, Soziologie und Geschichte in Leipzig, Magistra Artium. Seit 2001 Landtagsabgeordnete in Sachsen. Sie ist Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion. Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenbeiträge zur extremen Rechten, umfangreiche Referentinnentätigkeit zum Thema. Ihr Buch „Und Morgen…“ ist im Januar 2009 im Verbrecher-Verlag Berlin erschienen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

Hinweis:
Mitgliedern der NPD, DVU, REP oder sog. „Freier Kameradschaften“ und „Autonomer Nationalisten“, sowie andere Personen, die der rechten Szene zugehören oder mit ihr sympathisieren, ist die Teilnahme an der Veranstaltung untersagt. Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Nachtrag: Österreicher Revisionist bei NPD-Veranstaltung

Beim vom NPD Kreisverband Unna/Hamm als „einen besonders lieben Gast aus dem deutschen Bruderstaat Österreich“ bezeichneten Referenten der letzten NPD-Schulungsveranstaltung handelt es sich um den bekannten Revisionisten Walter Marinovic (Jhg. 1929). Die Schulungsveranstaltung, die im ehemaligen Naziladen „Buy or die“ in Dortmund-Dorstfeld stattfand, dessen Räumlichkeiten nun von „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund angemietet wurden, hatte am Freitag spontanen Antifa-Protest ausgelöst.

Thema des Marinovic-Vortrags war laut NPD-Unna der „Kampf des Befreiers Germaniens Arminius/Hermann“. Arminius habe sich im Jahre 9 gegen „die Supermacht der damaligen Zeit“ aufgelehnt, „um Freiheit und Eigenart zu verteidigen“. Ein Vortrag Marinovics zum selben Thema – Titel: „Arminius befreite 09 Germanien von den Römern – wovon befreien wir uns 2000 Jahre danach?“– hatte zuletzt im April für einen Skandal in Österreich gesorgt. Marinovic konnte seine extrem rechten Thesen auf Einladung des FPÖ-Abgeordneten Martin Graf, der zugleich auch Dritter Präsident des Nationalrats ist, im österreicherischen Parlament halten, was für größere Proteste seitens der Grünen gesorgt hatte.

Der ehemaligen Gymnasiallehrer Marinovic ist in Österreich als Revisionist und extrem Rechter bekannt. Er zeigt keinerlei Berührungsängste zur deutschen Neonazi-Szene: Seit Jahren verbreitet er seine geschichtsverfälschenden und rassistischen Positionen in einschlägigen Publikationen wie der „Deutschen Stimme“ und der „Deutschen Nationalzeitung“ oder spricht auf Tagungen von Organisationen wie der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP). Bei der NPD trat Marinovic schon Ende 2002 auf, als Gastredner des „1. Freiheitlichen Kongresses“ des Deutsche-Stimme Verlags.

Trotz der vielfältigen und dauerhaften Kontakte von Walter Marinovic ins Neonazi-Spektrum, trat der Revisionist auch bei einer Veranstaltung der CDU-Organisation „Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung“, einer Vertriebenenorganisation innerhalb der konservativen Partei, auf. Am 19. November 2008 referierte er in Hannover zum Thema „Wie deutsch ist Österreich?“. Der offizielle Bericht über die Veranstaltung würdigt den Österreicher mit folgenden Worten: „Dr. Marinowic steht für die Werte, die in Gefahr geraten, ihren geistigen Bestand in der Öffentlichkeit zu verlieren.“

Protest gegen Veranstaltung der NPD in Dorstfeld


Am Freitagabend fand in Dortmund-Dorstfeld eine antifaschistische Kundgebung gegen eine zeitgleich stattfindende NPD-Veranstaltung statt. Die extrem rechte Partei traf sich zu ihrer monatlichen Versammlung im Ladenlokal des „Nationalen Widerstands Dortmund“ in der Rheinischen Straße 135. Veranstalter der NPD-Versammlung war die NPD Unna/Hamm, deren Vorsitzender Hans Jochen Voß die circa 30 überregional angereisten NPD-Sympathisant_innen vor dem Ladenlokal begrüßte. Der Veranstaltungsort wurde von Mitgliedern der Neonazi-Kameradschaften aus Dortmund und Hamm abgesichert.

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Neuigkeiten – Route, Auflagen, Aufruf, Medienecho und eine Einladung.

Hier ein paar Infos zu der Demo in Haltern am morgigen Freitag:


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Aufruf zur Demonstration: Gegen die Militarisierung der Gesellschaft

Am 9.10. will sich die Bundeswehr in Haltern am See bei einem Großen Zapfenstreich in die Mitte der Gesellschaft feiern. Zunehmend dringt sie in zivilgesellschaftliche Bereiche vor, etwa als Arbeitgeber in den Arbeitsargenturen, als Staatsgewalt bei Demonstrationen wie 2007 in Heiligendamm und nicht zuletzt in Selbstinszenierungen wie öffentlichen Gelöbnissen oder eines Großen Zapfenstreichs in der dafür abgesperrten Halterner Innenstadt. (mehr…)



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