Archiv für März 2008

Neonazi V-Mann Seeman verurteilt

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So sah sich Seemann selbst am liebsten

Der Prozess gegen den ehemaligen Verfassungsschutz-Spitzel und Neonazis Sebastian Seemann aus Lünen ist am Montag zu Ende gegangen. Das Landgericht Bielefeld verurteilte ihn zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen Drogen- und Waffenhandels. Ob sich auch die Verfassungsschutzbeamten vor Gericht verantworten müssen, die Seemanns kriminelle Tätigkeiten deckten und ihn sogar vor polizeilichen Ermittlungen warnten, ist unwahrscheinlich. Es läuft zwar ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Das Innenministerium will aber die Namen nicht rausrücken.

Aktualisierung 17. Mai 2008:
Das Verfahren gegen den unbekannten V-Mann-Führer ist nun eingestellt worden. Innenminister Wolf stellt sich schützend vor seinen Mitarbeiter und begründet dies mit einer „Gefährdung des Landes“ und von „Leib und Leben“ seines Beamten, sowie weiteren V-Männern. Damit bleibt der größte Verfassungsschutz-Skandal in NRW unaufgeklärt.
Gegen den V-Mann Seemann laufen aber noch zwei weitere Verfahren: Die Staatsanwaltschaft Dortmund will Anklage wegen Seemanns Beteiligung an dem bewaffneten Raubüberfall auf einen Dortmunder Supermarkt erheben. Die Flensburger Staatsanwälte ermitteln wegen Seemanns Involviertheit in die Organisation eine „Blood-and-Honour“-Konzertes in Belgien. Das neonazistische RechtsRock-Netzwerk ist in Deutschland seit 2000 verboten, folglich sind auch Nachfolge-Aktivitäten strafbar.

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Seeman betrieb Rockkneipe in Lünen

Antifa-Demo in Dortmund

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Alljährliche Gedenkdemonstration in Erinnerung an den antifaschistischen Punk „Schmuddel“, der am 28.März 2005 von einem Neonazi-Skin in Dortmund erstochen wurde. Zusammen kämpfen: Für einen Antifaschismus, der den Nazis Beine macht!

Hier könnt ihr den Aufruf lesen.

29. März 2008
Dortmund

In der Nacht auf Montag haben Unbekannte – aller Wahrscheinlichkeit nach Neonazis – den linken Buchladen Taranta Babu, das Grünenbüro und das Kulturzentrum Zone 10 mit Buttersäure angegriffen und mit Parolen beschmiert. Damit sollte das linke Jugendcafè MoveYa eingeschüchtert werden. Um zu zeigen, dass den Neonazis das nicht gelingen wird, zogen an die 200 DemonstrantInnen am Montag durch die Dortmunder City.

Punk-Konzert am 19.März

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