Archiv für Dezember 2009

Demonstration in Unna

Am vergangenen Sonntag, dem 06.12.2009, fand in der Unnaer Innenstadt eine von der Jugendgruppe “Angry Youth Brigade” organisierte Demonstration statt.
Die ca. 60 Teilnehmer_innen gingen unter dem Motto “Nikoläuse gegen rechts” auf die Straße, um ihrem Unmut über Neonazis Luft zu machen.

In ihrem Aufruf weisen die Organisator_innen auf die steigende Aktivität von Rechtsextremen im Kreis Unna und auf die Verstrickungen zwischen NPD und gewalttätigen Neonazis, den sog. “Autonomen Nationalisten” hin. “So trat er [NPD Kreisverbandsvorsitzender Voß] unter anderem als Presseverantwortlicher eines Flyers des NWUs in Erscheinung. Dieses Flugblatt zeigte direkt neben dem Symbol der Gruppe einen Molotowcocktail.”, heißt es im Aufruf der “Angry Youth Brigade”.

Wir begrüßen, dass in Unna immer wieder vielfältige Aktionen stattfinden, die auf die Probleme mit Neonazis hinweisen. Eben dieses Problembewusstsein zeichnet die Region gegenüber anderen Städten und Gemeinden aus, in denen allzu häufig das Problem kleingeredet und verschwiegen wird.

Wie im letzten Jahr sollte die Route der Demonstration durch die Parkstraße führen, um NPD Kreisverbandsvorsitzenden Hans Jochen Voß einen Nikolausbesuch abzustatten. Warum die Polizei diese nette Geste in diesem Jahr mit ihrem Verbot verhindert hat, bleibt uns ein Rätsel.

Neonazi-Outings im Raum Unna

Wie in Berichten der Webseite Indymedia zu erfahren war, wurden am 25. und 26.11. in Fröndenberg und Unna (im Bereich des Schulzentrum Nord) Flugblätter und Plakate verteilt, die die Nachbarschaft und Schüler_innen darüber informierten, dass sich in ihrem Wohnumfeld Neonazis des “Nationalen Widerstand Unna” befinden.

Die Verfasser_innen der Outings klären die Leser_innen über die drei NWU-Aktivisten Bastian Löhr , Christoph Komotzki und Alexander Wilhelm auf. In den auf Indymedia veröffentlichten Schreiben der „Antifaschistischen Aktionsgruppen aus NRW“, die sich bereits zu mehreren Aktionen in Unna bekannten, werden unter anderem klare Forderungen an die Neonazis gestellt:

1.) Die sofortige Auflösung der Gruppe “Nationaler Widerstand Unna”
2.) Die Löschung der Internetpräsenz der Gruppe

Adventskalender 2.0

Auch dieses Jahr gibt es mit dem Dortmunder „Antifa-Adventskalender 2.0“ (Indymedia berichtet) erneut einen Grund mehr für hiesige Nazis, sich um ihre Anonymität zu sorgen. Die bereits oben Genannten wurden dort am ersten Adventssonntag zusammen mit dem Unneraner Neonazi Dominik Romannski mit einem Foto und einem kurzen Kommentar auch im Internet geoutet.
Laut “afa-advent-crew” will der Adventskalender, wie bereits im letzten Jahr, “dabei helfen, neonazistische Angriffe aufzuklären” und den Neonazis “ihre Handlungsspielräume (…) nehmen.” Dazu würden nun zu jedem Advent Neonazis aus dem östlichen Ruhrgebiet, insbesondere Dortmund, geoutet.