Archiv für Oktober 2010

Backyard Café am 31.10.2010

Vertrieben Verfolgt Vergessen – die Kontinuität des Antiziganismus

Seit Jahrhunderten werden Sinti und Roma als sogenannte „Zigeuner“ aus der
Gesellschaft ausgeschlossen. Als nicht zu gesellschaft zugehörig bedroht das
Bild der „Zigeuner“ scheinbar die bürgerliche Gesellschaft in ihrer
Gesamtheit.
Kontinuierlich ziehen sich diskriminierende als auch Romantisierende
„Zigeunerbilder“ durch die Geschichte, von religiös geprägten Vorurteilen
über den Nationalen Ausschluss und die Völkisch-Rassistische Verfolgung die
im NS-Massenmord gipfelte, bis hin zur heutigen Situation von Sinti und
Roman in Deutschland und Europa.

Der Vortrag setzt sich mit den Stereotypen und der Geschichte des Antiziganismus auseinander und versucht, deren Funktionsweisen und Kontinuitäten auf zu zeigen.

Der Eintritt ist wie immer FREI!
Wann? Sonntag, den 31.10.2010 – 16:00 Uhr
Wo? Backyard Café, Makt 22, 59174 Kamen
Infos? http://backyard.blogsport.de

Und nicht Vergessen: Keine Teilnahme von Rechten erlaubt!

Rechter Szeneanwalt referiert in Dortmund

Nach einer Sommerpause war es wieder soweit. Der NPD Kreisverband Unna/Hamm geht in eine neue Runde und lädt die Mitgliederschaft zu neuen „Saalveranstaltungen“ ein.

Den Anfang sollte dabei der überaus bekannte, extrem rechte Anwalt und Nazihardliner Wolfram Nahrath machen. In seinem ca. einstündigen Referat über „Die Lage der deutschen Nation“, hetzte er in gewohnter Manier über Ausländer_innen und Überfremdung als Ursache des Aussterbens der deutschen Rasse. Das Ganze fand am letzten Montag, den 11.10., im wie immer angeblich gut gefüllten „Nationalen Zentrum“ des sog. „Nationalen Widerstand Dortmund“ statt. Dort verschanzt sich die NPD Unna/Hamm, unter Führung des Versicherungsmaklers Hans-Jochen Voß, seit einigen Monaten mehr oder weniger Regelmäßig vor der Öffentlichkeit.

Das Familienunternehmen Nationalsozialismus
Den Einstieg in die extreme Rechte machte der Referent Wolfram Nahrath vermutlich spätestens mit seinen ersten Schritten.
Schon sein Vater, Wolfgang Nahrath, der in streng nationalen Familienverhältnissen aufwuchs, war im 3.Reich mit 15 Jahren Jugendführer des „Deutschen Jungvolks“ sowie später Mitglied und Protagonist etlicher extrem rechter Gruppierungen und Vereinigungen. Als dessen Sohn lag Wolfram Nahrath der Nationalsozialismus in der Wiege. Auch seine Mutter Giesela war unter anderem als Ringführerin im Bund Deutscher Mädel und auch später in verschiedenen Rechten Gruppierungen aktiv.

Mehr als nur ein Anwalt für Deutschland…
Bekannt wurde Wolfram Nahrath als Nazianwalt für die extrem rechte Szene mit öffentlichkeitswirksamen Großprozessen auf Bundesebene. So verteidigte er rechte Mörder in ihren Prozessen und wurde dort nicht selten mit rassistisch-provozierenden, verhöhnenden und widerlichen Kommentaren auffällig. Neben der Verteidigung in Gerichtsprozessen (Momentan als Verteidiger des bekannten Neonazis Thomas Wulf) unterstützt Nahrath die rechte Szene juristisch wo er nur kann. Als Mitglied des „Deutsche Rechtsbüro“ steht er extrem rechten Parteien und Organisationen, Musikern, Kleidungsmarken und Einzelaktivist_innen mit Rat und Tat zur Seite.
Doch nicht nur im „Deutschen Rechtsbüro“ ist er aktiv. Neben seiner Mitgliedschaft in der NPD war er ebenfalls der letzte Bundesführer der 1994 verbotenen Wiking-Jugend.
Kein Wunder also, dass dieser Mann als Redner bei Veranstaltungen der NPD große Beliebtheit genießt. So sprach er auf unzähligen Veranstaltungen wie dem “Deutsche Stimme Pressefest”, der NPD-Parteiversammlung in Fürstenwalde im Jahr 2000 oder bei einer NPD-Reichsgründungsfeier in der Nähe von Wildau. Auch beim Kreisverband Unna/Hamm ist er ein gern gesehener Gast.

Die Segel gesetzt?
Nach zahlreichen Rückschlägen im vergangenen Jahr, die den Kreisverband dazu zwang ihre Veranstaltungen nicht nur konspirativer, sondern auch in der Nachbarstadt Dortmund zu organisieren, scheint es dennoch weitergehen zu sollen. Auch wenn die räumliche Distanz zur eigenen Stadt gewahrt wird, werden Herr Voß und sein Gefolge wieder mutiger. So ließ sich in den vergangenen Tagen dem Internetportal „Blick nach Rechts“ entnehmen, dass in Westfalen erstmals eine Tagung des jüngst wieder aktivierten Arbeitskreises „Christen in der NPD“ stattfinden soll.
„Im Mittelpunkt der Veranstaltungen am 30. und 31. Oktober stehen Vorträge zum Themenbereich ‘Volk – Nation und Christentum’. Diskutiert wird unter anderem über das Thema ‘Auserwählte Völker – Deutschlands Sendung’“, heißt es bei Blick nach Rechts.
Als Gastredner zu allgemeinen politischen Themen, wird ebenfalls der Vorsitzende der NPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs erwartet. Gastgeber der ganzen Unannehmlichkeiten soll der NPD Kreisverband Unna/Hamm sein. Ob dem Kreisverband die Veranstaltungsthemen ausgehen, oder sich die Zuwendung zum neuen Thema „Christentum“ nur als Vorbereitung auf die nächste Wahl und den dazugehörigen Wahlkampf entlarvt, bleibt Spekulation. Das die NPD versucht die Wähler_innenschaft von Pro NRW auf zu greifen, ist angesichts dieser neuen Tatsachen nicht unwahrscheinlich.
Wir dürfen gespannt sein, ob Hans-Jochen Voß auch mit seinen Veranstaltungsorten wieder kreativer wird und wir anstatt vor dem sog. „Nationalen Zentrum“ in Dortmund auch mal wieder vor Gaststätten oder kleinen China Imbissen stehen dürfen, um den mies dreinblickenden, vorbeifahrenden Veranstaltungsbesucher_innen zuwinken zu können.

Weitere Infos / Quellen:
Wolfram Nahrath: http://aw.antifa.de/archiv/aw_texte_17.6.2006_nahrath-demo.html
Arbeitskreis “Christen in der NPD”: http://www.bnr.de/content/voelkische-christen

Antifaschistische Zeitung NRW, Lotta #40 erschienen

Schwerpunkt:

Extreme Rechte und Rechtsentwicklung in den StudierendenschaftenAußerdem:

  • Der sechste “Nationale Antikriegstag” in Dortmund – ein Rückblick
  • Interview mit dem Historiker Stefan Klemp über die Vergangenheit und Gegenwart der Strafverfolgung von NS-Tätern in der BRD
  • Interview mit Zeljko Taras über die völkische Rechte in Kroatien

und vieles mehr.
Weitere Infos findet ihr auf der Lotta Homepage.

Antifa Action Week – Naziaufmarsch in Hamm Verhindern!

Kampf der Volksgemeinschaft und nationalen Identität!

Worum geht’s?
Für den 23.10.2010 haben Nazis aus Hamm und Umgebung einen Aufmarsch unter dem Motto „Das System bringt uns den Volkstod! – Freie Völker statt freie Grenzen!“ angekündigt. (mehr…)