Archiv für November 2010

Gegen den Naziaufmarsch am 4. Dez. in Dortmund!

Für Samstag, den 4. Dezember, rufen die Dortmunder Neonazis zu einer „Demonstration für Meinungsfreiheit in Dortmund“ auf. Anlass ist eine Reihe von polizeilichen Maßnahmen gegen die Dortmunder Neonaziszene in der vergangenen Woche.

Am Mittwoch durchsuchte der Staatsschutz mit einer Hundertschaft der Polizei zwei Wohnungen und das so genannte „Nationale Zentrum“ in der Rheinischen Straße. Der Grund: Offenbar wurden über den von Dennis Giemsch betriebenen Versand „Resistore“ Tonträger mit indizierter Musik verkauft. Als die Neonazis deshalb am darauf folgenden Tag Flugblätter verteilten, gerieten sie mit PolizistInnen aneinander, woraufhin mehrere Neonazis in Gewahrsam genommen wurden.

Ein gewisses politisches Kalkül könnte in der Terminwahl zu erkennen sein: Am 4. Dezember finden in NRW mehrere seit längerer Zeit beworbene Veranstaltungen der radikalen Linken statt, sodass die Dortmunder Neonazis möglicherweise auf einen schwächeren Protest als zuletzt üblich spekulieren.

In der Nachbarstadt Bochum veranstaltet das bundesweite „…ums Ganze!“-Bündnis von Freitag bis Sonntag einen Kongress zum Thema „Arbeit und Krise“; in Neuss findet bereits zum 11. Mal die Demonstration gegen den bundesweit einzigen Frauenabschiebeknast statt, und in Dortmund lädt die Initiative „UZ Dortmund“ zu einer zweitägigen Freiraum-Veranstaltung in das ehemalige Museum am Ostwall ein.

Wir sehen alle diese Termine als wichtige Teile linker Politik. Wir rufen dennoch dazu auf, die Demonstration der Neonazis zu stören. Wir werden vor Ort sein und uns den Neonazis entschlossen entgegenstellen. Kommt am Samstag ab 12:30 zu den Katharinentreppen und bringt Utensilien zur Lärmerzeugung mit.

Für Notfälle stellt das Dortmunder Antifa Bündnis einen EA (Ermittlungsausschluss) zur Verfügung, der Euch hilft, falls es zu Festnahmen oder Übergriffen der Polizei kommt.

Backyard Café am 28. November

„Du brauchst keinen Wettermann, um zu wissen, wie der Wind bläst“ – aus dieser Bob Dylan-Textzeile leitet sich der Name der US-amerikanischen Stadtguerilla Weather Underground ab. Die Gruppe ging 1969/70 aus dem amerikanischen Studierendenbund Students for a Democratic Society (SDS) hervor und verstand sich als verlängerter Arm der Befreiungsbewegungen in der sogenannten Dritten Welt.

Eine Dokumentation der programmatischen Grundlagen der Bewegung; eine ausführliche Analyse der Geschichte des Weather Underground und seiner Beziehungen zu anderen bewaffneten Bewegungen; Gespräche mit den ehemaligen Weather-Underground-Mitgliedern Mark Rudd und Bernardine Dohrn – Wir laden alle Interessierten ein, zu einer weiteren Filmvorführung im Backyard Café.

Wann? 28.11.2010 um 16:00 Uhr
Wo? Markt 22, 59174 Kamen

Und wie immer gilt: Keine Teilnahme von Rechten erlaubt!

Gedenkveranstaltungen zum 9. November

Anlässlich des 72. Jahrestages der antisemitischen Pogrome vom 9. November 1938 finden im Ruhrgebiet diverse Gedenkveranstaltungen statt. In Dortmund zeigt der Antifaschistische Impuls Dortmund am Sonntag, den 7. November, den Film „die Feuerprobe“ von Erwin Leiser.
Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Kulturhaus Taranta Babu.

Neben diversen kleinen Veranstaltungen wie z.B. eines Gottestdienstes und einer Menschenkette in Kamen Heeren, oder der Kranzniederlegung in Kamen, findet in Duisburg dieses Jahr eine Gedenkkundgebung des „Antifaschistischen Bündnis 9. November“, am Mahnmal an der alten Stadtmauer in Duisburg statt. In dem Aufruf des Bündnisses verschiedener Antifaschistischer Gruppen heißt es:„In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich im gesamten deutschen Reichsgebiet massive Gewaltexzesse und Sachbeschädigungen gegenüber jüdischen BürgerInnen und ihrem privaten und öffentlichen Besitz wie Geschäften und Synagogen. So wurde auch in Duisburg die Synagoge in der Innenstadt niedergebrannt, ebenso die Synagogen in den Stadtteilen Ruhrort und Hamborn. […] Wir wollen, 72 Jahre nach den Ereignissen dieser Novembernacht, den Fokus der Betrachtung zumindest ein wenig zu verschieben versuchen: Weg von einer bloßen Erwähnung der Ereignisse hin zu einer Kontextualisierung ins Zeitgeschehen. Wir wollen uns der Frage widmen, welche Ideologie(n) innerhalb einer Gesellschaft der breiten Zustimmung bedürfen, damit derartige Vorgänge ohne nennenswerte Proteste und Unmutsäußerungen geschehen können, und wir wollen uns auch der Frage widmen, inwiefern einzelne Versatzstücke der damals in der deutschen Bevölkerung verbreiteten Geisteshaltungen noch immer in den Köpfen vieler MitbürgerInnen vorhanden sind.“

Die Gedenkkundgebung wird um 17.00 Uhr, am Mahnmal an der alten Stadtmauer am Rabbiner-Neumark-Weg, in Duisburg beginnen.

Wie Immer und für alle Veranstaltungen gilt: Mitgliedern und Sympathisanten rechter Organisationen und Vertretern entsprechenden Gedankenguts ist die Teilnahme an den Veranstaltungen untersagt. Die Veranstalter_innen machen von ihren Rechten gebrauch.