Archiv für Juli 2011

LOTTA #44 erschienen

Schwerpunkt dieser Ausgabe der „LOTTA – Antifaschsitische Zeitung aus NRW, Rheinland Pfalz und Hessen“ ist das Thema „Opferperspektiven – Rechte Gewalt und deren Opfer“.

Aus dem Editorial:

Liebe Leserinnen und Leser,

In der Auseinandersetzung mit der extremen Rechten stehen meist die TäterInnen, deren Gewalttaten und die diese Taten legitimierende Ideologie im Mittelpunkt. Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht ausreichend, da die Perspektive der/für die Opfer oftmals fehlt. In den östlichen Bundesländern existieren seit über zehn Jahren spezielle Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt. Sie bieten den Betroffenen rechter Gewalt direkte Unterstützung bei der Verarbeitung der Gewalttat unter der Prämisse der Parteilichkeit und der Achtung der Autonomie des Opfers. Und sie treten in der Öffentlichkeit für eine Solidarisierung mit Opfern rechter Gewalt ein und begeben sich an der Seite der Betroffenen in Aushandlungsprozesse mit den Sicherheitsbehörden, der Politik und Zivilgesellschaft.

Doch wieso gibt es bisher eigentlich nichts Vergleichbares in den westlichen Bundesländern, auch nicht in den LOTTA-Ländern NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen? Gibt es hier etwa keine rechte Gewalt und damit auch keine Opfer rechter Gewalt?

Im Schwerpunkt dieser LOTTA-Ausgabe zeigen wir die Dimensionen rechter Gewalt sowie die Unterstützungsmöglichkeiten für die Opfer dieser Gewalt auf. Bei der Erstellung des Schwerpunktes möchten wir uns insbesondere bei Heike Kleffner und dem Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) bedanken. Ebenso bedanken möchten wir uns bei allen anderen, die etwas zu dieser Ausgabe beigetragen haben: bei den AutorInnen, InterviewpartnerInnen, FotografInnen, LayouterInnen, InformantInnen, ArchivarInnen, DiskussionspartnerInnen, den Kaffeekooperativen in Chiapas, Café Libertad und einigen mehr.

Einen wunderschönen antifaschistischen Sommer wünscht

Eure LOTTA-Redaktion

Als Vorgeschmack ein Link zu dem Artikel Zum Opfer gemacht – Dimensionen rechter Gewalt
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Kein Platz für Nazis?! Neonazi-Strukturen im Kreis Unna. Akteure – Inhalte – Aktivitäten

Im Kreis Unna existiert seit dem Jahr 2008 eine neonazistische Gruppe, die sich selbst „Nationaler Widerstand Unna“ bzw. „Freies Netz Unna“ nennt. Wir veröffentlichten bereits im August 2009 eine Broschüre, die einen guten Überblick über die neonazistischen Aktivitäten und deren Protagonist_innen bot. Wir, die Antifa UNited, ein seit 2001 bestehender Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen im Kreis Unna, haben nun eine aktualisierte und deutlich umfangreichere Neuauflage der Broschüre heraus gebracht. (mehr…)

Die Nazi-Dichterin und ihr Neonazi-Anhang (ergänzt)

Das Internetportal NRW rechtaußen berichtete am 23. Juli über die Diskussion zur Agnes-Miegel-Straße in Schwerte:

SCHWERTE – Meterlang zog sich der Schriftzug über eine Grundstücksmauer an der Agnes-Miegel-Straße in Schwerte: „Agnes-Miegel-Straße bleibt, sonst gibt´s Randale“, lasen die Anwohner dort in dieser Woche. Wie in zahlreichen anderen Städten wird in Schwerte darüber diskutiert, ob eine Straße den Namen einer Nazi-Dichterin tragen sollte. In der Stadt im Kreis Unna meldeten sich Neonazis nun in ihrer ganz eigenen Art und Weise in dieser Diskussion zu Wort. (mehr…)

DO: ALERTA! – Antifa Bündnis

Wir unterstützen den Aufruf des Alerta-Bündnis.

Aufruf des Alerta!-Bündnisses, einem Zusammenschluss des Dortmunder Antifa-Bündnisses und weiteren antifaschistischen Gruppen aus NRW, unter dem Motto: „Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!“.

Alerta!-Bündnis - Dortmunder Antifa-Bündnis & Antifaschistische Gruppen aus NRW

Für den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. Den seit 2005 jährlich stattfindenden Aufmarsch werden sie auch in diesem Jahr wieder dazu nutzen, um einen völkischen Antikapitalismus und Antiimperialismus zu propagieren, der stets mit Rassismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus einhergeht.

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Informationsveranstaltung zur Theorie des „politischen Extremismus“

Seit längerer Zeit fällt es auf, dass es im Kreis Unna eine extrem rechte Szene gibt. Gewerkschaften, Presseredaktionen, Initiativen gegen Rechts oder die Jüdische Gemeinde werden immer wieder Opfer von rechten Anschlägen oder Sprühaktionen.
Seit Mitte letzten Jahres wird im Kreis aber auch immer öffter über die ansteigende Gewalt, die von Linksextremen ausgehe, diskutiert. Nicht zuletzt nach der Bekanntgabe einer Veranstaltungsreihe der Volkshochschole Kamen/Bönen, die sich in diesem Jahr mit über zehn Veranstaltung dem Themenkomplex Rechtsextremismus widmete, wurden die Rufe nach einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Linksextremismus“ wieder lauter.
Um die Extremismustheorie einmal genauer zu erklären und deren Zweck und Vergangenheit zu durchleuchten ,haben die „Zivilcourage für Kamen“ und die „Antifa UNited“ den Referenten Jörg Kronauer vom Antifaschistischen Bildungsforum Rheinland eingeladen.

Am Donnerstag, 21.07.2011 ab 19.30 Uhr sind deshalb alle interessierten Bürger eingeladen an der kostenlosen Informationsveranstaltung in der Stadtbücherei Kamen, Markt 1, teil zunehmen.

Personen die vor Ort oder in der Vergangenheit durch Rassistische, Antisemitische oder sonstige rechte Handlungen oder Äußerungen aufgefallen sind ist die Teilnahme an der Veranstaltung untersagt.

Gegenprotest führt vor Gericht

Der letzte Wahlkampf im Kreis Unna ist nun schon etwas vergangen, doch für einige Menschen nicht vergessen. Das mag vor allem an den Geschehnissen des 08. Mai 2010 liegen. An diesem Tag fand ein Wahlkampfstand der NPD in der Innenstadt von Unna statt. Deshalb versammelten sich spontan ca. zwölf Gegner*innen der NPD, um auf das Treiben vor Ort aufmerksam zu machen und mit Flugblättern über die menschenverachtende Hetze der Neonazis aufzuklären.
Die personalschwache NPD wurde von Neonazis des „Nationalen Widerstand Dortmund“ (u.a. Michael Sascha Brück, Markus Nikolaus und Anne-Marie Doberenz) unterstützt, die in der Vergangenheit immer wieder durch Gewalttaten auffielen. Auch an diesem Tag wurden sie gegenüber den Antifaschist*innen gewalttätig. Es kam zu einem Handgemenge. Die Neonazis inszenierten sich als Opfer eines “Angriffs”. Die anrückende Polizei nahm vor Ort zwei Antifaschisten in Gewahrsam, gegen zwei weitere wurde im nachhinein ein Verfahren eröffnet. Am Freitag, den 15. Juli, wurden alle Beschuldigten zur Hauptverhandlung ins Amtsgericht Unna geladen. Angezeigt waren sie wegen Landfriedensbruch. (mehr…)