PM: Keine Bühne für Aluhüte!

Wir dokumentieren im Folgenden die Pressemitteilung der Kampagne „Keine Bühne für Aluhüte!“. Nachzulesen auch in deinem Lokalblatt!

Verschwörungsdenken ist allgegenwärtig. Von der Furcht vor einer angeblichen „Islamisierung“ bis hin zur Überzeugung, eine kleine Elite versuche, durch die Manipulation der Medien die Welt umzuerziehen, geistern zahllose Vorstellungen durch die Gesellschaft und insbesondere durch’s Internet, die von den finsteren Machenschaften von noch finstereren Verschwörer_innen zu berichten wissen. Ihre aktuelle Popularität ist eng verbunden mit dem Aufstieg des Populismus‘ in den letzten Jahren und der aktuellen Konjunktur rechter Ideologien. In Deutschland versucht sich die AfD als eine Partei zu etablieren, die mit genau solchen Verschwörungideologien Politik macht. Von der Basis bis zur Parteispitze finden sich unzählige solcher Fantasien, die nicht selten geprägt sind von antisemitischen und völkisch-nationalistischen Stereotypen. Seit 2015 veranstaltet der ‚Verein zur Förderung des politischen Dialogs e.V.‘ sogenannte ‚Alternative Wissenskongresse‘ (AWK), auf denen sich Verschwörungstheoretiker_innen und Rechte austauschen und ihre kruden Ideen verbreiten. Der Verein wurde von AfD-Funktionär_innen aus NRW gegründet, nachdem diese aufgrund öffentlicher wie parteiinterner Kritik den Kongress nicht mehr als AfD-Bezirksverbände organisieren konnten. Am 11. November plant der Verein, den mittlerweile vierten dieser Kongresse im Raum Dortmund / Unna durchzuführen. Aus Angst vor Gegenprotesten und Raumabsagen wird der genaue Ort nicht öffentlich bekannt gegeben. Die Kampagne „Keine Bühne für Aluhüte!“, die von fast 20 Organisationen und Bündnissen aus der Region unterstützt wird, bereitet dennoch Proteste gegen den AWK vor.
Sprecherin der Kampagne Steffi Kleienkamp: „Auch wenn die Organisator_innen des Kongresses versuchen, den genauen Veranstaltungsort zu verheimlichen, werden wir diesen in Erfahrung bringen und vor Ort gegen die Allianz von Verschwörungsideologien und rechtem Gedankengut auf die Straße gehen. Die rassistische, nationalistische AfD ist schon Grund genug für Protest, dass sich jetzt auch noch teilweise antisemitische Verschwörungsideolog_innen dazugesellen, kommt nochmal erschwerend hinzu“.
Bereits seit einigen Wochen klärt die Kampagne unter anderem durch Vorträge über den Kongress, seine Organisator_innen und die eingeladenen Referent_innen auf. Alle Redner_innen haben Verbindungen ins rechte Milieu. Einige von ihnen, darunter Rainer Rothfuß und Christian Jung, waren oder sind Mitglied in rechten Parteien wie dem ‚Bund freier Bürger‘, der ‚Die Freiheit‘ oder der AfD selbst. Myriam Kern und Leyla Bilge, ebenfalls Mitglieder der AfD, demonstrieren gemeinsam mit Neonazis. Kern fiel durch antisemitische Verschwörungstheorien, Bilge unter anderem durch den Wurf einer Flasche nach einem Journalisten auf. Rico Albrecht bezieht sich in seinen Theorien auf den Nationalsozialisten Gottfried Feder. Das YouTube-Projekt ‚eingeschenkt.tv‘ von Thomas Schenk und Max Bachmann bewegt sich im Umfeld der sogenannten ‚EnDgAmE‘-Demonstrationen. Mit Eberhard Hamer tritt ein Vertreter von Verschwörungsfantasien auf, die vor mindestens latentem Antisemitismus nur so strotzen. Er bedient sich dabei beliebter Codes der rechten Szene, um nicht direkt von „den Jüd_innen“ zu reden und so zum Beispiel möglicher Strafverfolgung zu entgehen, wenn er etwa behauptet, „die Hochfinanz“ um jüdische Bankiersfamilien würde versuchen, mit Hilfe von gelenkten Migrationsbewegungen und der von ihr geplanten Finanzkrise ihre Interessen durchzusetzen.
Steffi Kleienkamp: „Dass sich die eingeladenen Redner_innen durch eine Mischung von rechter Ideologie und Verschwörungsdenken auszeichnen, ist kein Zufall. Schließlich steht auch die AfD selbst für genau diese Kombination. Da es der AfD natürlich auch darum geht, mögliche Wähler_innen an sich zu binden, födert sie eben konsequenterweise die Verbreitung dieser Ideologien“.
Wer sich über die Gegenproteste auf dem Laufenden halten möchte, kann dies auf dem Blog der Antifa UNited (antifaunited.blogsport.de) und in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #noAWK tun.
„Am 11. November werden wir gemeinsam auf die Straße gehen. Wir werden nicht zulassen, dass rechtes Denken, Verschwörungsideologien und Antisemitismus unwidersprochen bleiben. Wir sagen: Wer diesen Kongress einlädt, lädt auch uns ein!“, so Kleienkamp.


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