Archiv der Kategorie 'Antifa-Aktionen'

Neonazis aus Bönen geoutet

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Laut der linken Presseplattform „Indymedia-Linksunten“ sind in der Nacht des 07.02.2012 auf den 08.02.2012 in Bönen zwei Neonazis geoutet. „Zu diesem Zwecke wurden ca. 75 Plakate verklebt und 200 Flugbläter verteilt. Die Naonazis Jan Borkowiak und Patrick Höing sind nun bei der Nachbarschaft bekannt“, heißt es in dem Artikel weiter.

Fotos der zwei Rechtsradikalen und den ganzen Artikel könnt ihr hier einsehen.

HAM/MS: Keine Homezone für Nazis – Keinen Meter den Nazis!

Für den 03. März kündigt eine kleine Gruppe Nazis, die sich selbst „Nationale Sozialisten Münster“ nennt, einen Aufmarsch durch Münster an. Bereits 2006 konnten durch Blockaden von Anwohner_innen und antifaschistischen Initiativen die Nazis daran gehindert werden, durch Münster zu spuken. Beide Male hatte es sich nach wenigen Metern ausmarschiert.
In Münster bestehen gute antifaschistische Strukturen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die es den Nazis bislang unmöglich gemacht hat, sich zu etablieren. Das soll auch in Zukunft so bleiben!

Das Bündnis „Keinen Meter“, ein Zusammenschluss von gewerkschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und religiösen Gruppen, antifaschistischen Initiativen und politischen Parteien aus Münster, will deshalb am 3. März gemeinsam mit vielen Menschen dafür sorgen, dass die Neonazis keinen Meter laufen. Dieses Ziel soll in gemeinsamen Aktionen erreicht werden, die auch von der Antifa UNited unterstützt werden. Das Bündnis zeigt sich solidarisch mit allen, die sich den Neonazis und ihrer rassistischen Hetze entgegen stellen. Wir werden den Neonazis zeigen, dass wir sie weder in Münster noch anderswo dulden.

Die Münsteraner Nazis waren jedoch schon immer auf Hilfe von außerhalb angewiesen, die sie vor allem von der Kameradschaft Hamm (KSH) bekommen haben. Die dortige Naziszene ist, anders als in Münster, eine über Jahre gewachsene. Die KSH gründete sich Anfang 2003 und war später Teil des Aktionsbüro Westdeutschland. Bis 2006 fanden insgesamt neun Kundgebungen statt, dann wurde es aufgrund der Inhaftierung des Kameradschaftsführers Sascha Krolzig ruhiger um die Szene. Doch vor allem in den letzten zwei Jahren tritt die Kameradschaft wieder stärker auf.

Die Situation in Hamm ist ein gutes Beispiel dafür, dass Rassismus und rechtes Gedankengut nicht durch Ignoranz zu bekämpfen sind. Ein konsequentes Eintreten gegen rechts muss auch immer der Weg auf die Straße sein! In Hamm wird es eine antifaschistische Vorabenddemo gegen die Nazis geben.

Kommt deshalb am 02.März nach Hamm(Westf.) und am 03.März nach Münster! Setzen wir erneut ein starkes Zeichen gegen jeden Rassismus und soziale Ausgrenzung!

Ob in Partei, freien Kräften, am Stammtisch und erst Recht auf der Straße,
Keine Homezone für Nazis!
Keinen Meter den Nazis!

Zur Unterstützung der Hammer und Münsteraner Antifaschist*Innen wird es in Kamen am Ende des Monats einen Vortrag mit Infortmationen über die Gegenaktivitäten und die Vorabenddemo geben. Näheres dazu wir in wenigen Tagen hier oder auf der Homepage des Backyard Café zu finden sein.

Naziaufmarsch in Soest? Verhindern!

Nach der Urteilsverkündung im Prozess um den Messerstich im Anno vor einem Jahr, haben Neonazis aus dem Ruhrgebiet zum zweiten Mal in Folge einen Aufmarsch in Soest angemeldet. Sie versuchen durch die Instrumentalisierung des Todes von Tim K. ihre rassistische Propaganda, getarnt  durch das Herbeihalluzinieren eines „Volkstodes“ und die Angst vor steigender Ausländerkriminalität, in die Mitte der Bevölkerung zu tragen. (mehr…)

Veranstaltungen am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27.01.2012 Jährte sich zum 67. mal die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee. Das Datum dieses Ereignisses ist seit 1996 in mahnender Erinnerung als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum nationalen Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland erklärt und 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen auch international zum Holocaustgedenktag proklamiert worden.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer eines beispiellosen Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. An vielen Orten auf der Welt fanden an diesem Tag Gedenkveranstaltungen statt, die die Geschichte im Gedächtnis halten sollen. Auch in Unna und
Kamen wurden am 27.01. Gedenkveranstaltungen abgehalten.

 Schon ab 12:00 Uhr wurde von Schüler_Innen der 12. Jahrgangsstufe des Pestalozzi-Gymnasiums, unter anderem durch persönlich gehaltene Reden, an die Verbrechen der Nazizeit erinnert. Es wurde allerdings auch ein aktueller Bezug gesucht. Eine weitere Schülerin kam somit zu dem Schluss, dass das Gedenken an damals allein nicht reiche, sondern wir alle dafür einstehen müssen das sich die Geschichte nicht wiederholt. Im anschluss lergte der Bürgermeister vor ca. 50 Anwesenden ein Kranz nieder.

 In Bergkamen legten der Bürgermeister Roland Schäfer, Ortsvorsteher Franz Herdring und die Fraktionsvorsitzenden am Mahnmal am ehemaligen KZ-Schönhausen am Nachmittag einen Kranz nieder. Bei der Veranstaltung an der ca. 30 Personen teilnahmen, betonte Schäfer das der 27. Januar nicht nur ein Gedanktag, sondern ebenfalls eine Aufforderung sei, sich gegen Rechtsradikale und ihren Aktivismus zu stellen. Im KZ Schönhausen, wo die Veranstaltung stattfand waren damals fast 1000 Frauen und Männer inhaftiert. Auch in Kamen fand am Nachmittag eine Kranzniederlegung statt.

Abschließend noch ein Presseartikel von DerWesten, der sich mit dem Konzentrationslager Schönhausen in Bergkamen beschäftigt. klick

Gegen den Naziaufmarsch in Dresden. Immer noch. Immer wieder.

In etwa einem Monat wollen erneut Nazis einen Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens 1945 abhalten. In den letzten beiden Jahren ist es einem breiten Spektrum aus linksradikalen und bürgerlichen Antifaschist_innen gelungen, den Aufmarsch zu verhindern. Das wollen wir auch in diesem Jahr erreichen.

Aus diesem Grund werden wir wie in den Vergangenen Jahren gemeinsam mit anderen Städten mit dem Bus nach Dresden reisen. Für alle die uns dieses Jahr wieder begleiten wollen findet am 29.01.2012 eine Invormationsveranstaltung in Kamen statt. Dort wird es Informationen zur diesjährigen Planung der Nazis geben, aber auch über unsere Strategie um diese zu behindern infortmiert. Selbstverständlich könnt ihr dort vor Ort auch Fahrkarten für den Bus nach Dresden kaufen.

Der Vortrag findet wie immer am Sonntag (29.01.) statt und beginnt um 16:00 Uhr.
Die Veranstaltungen des „Backyard Café“ finden im Gal/DieLinke Zentrum, am Markt 22, in 59174 Kamen statt.
Wie immer gilt: Mitglieder der extremen Rechten oder deren Sympathisant_Innen ist die Teilnahme an der Veranstaltung untersagt. Die Veranstalter_Innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht gebrauch zu machen.

DO: Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Ab Mittwoch, dem 11. Januar, wird die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ des Vereins Opferperspektive e.V. bis zum 28. Januar in Dortmund zu sehen sein. Veranstalter der Ausstellung in Dortmund ist unter anderem das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR). Der Ausstellungsort ist die Petrikirche in der Innenstadt.

Die Ausstellung porträtiert 156 Menschen, die rechter Gewalt von 1990 bis 2010 zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft diese Menschen in Erinnerung.

Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem auf Zeitungsartikeln. Sie führt auch Opfer auf, die in den offiziellen Statistiken nicht als Opfer rechter Gewalt geführt werden, dazu gehören auch die Dortmunder Opfer. Stefanie Gomez vom FgR dazu: „Wie wichtig die Beschäftigung mit dem Thema rechter Gewalt ist, zeigen die erst kürzlich bekannt gewordenen Morde des NSU. Aber auch abseits davon gab und gibt es rechte Gewalt. Mit der Ausstellung wollen wir einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung leisten.

Das FgR will mit der Ausstellung nicht nur auf die menschenverachtende Gewalttätigkeit der Rechten aufmerksam machen, sondern auch auf den Umgang mit den Opfern hinweisen. Die Opfer werden oftmals als Zufallsopfer, oder wie im Fall der NSU-Morde gar mit der Einstellung „selber schuld“ behandelt. Dass es dabei potentiell jeden treffen kann, der nicht in das Weltbild der Neonazis passt, mussten viele Dortmunder bereits erfahren. Beispielhaft sei der Wegzug einer Familie aus Dortmund-Dorstfeld oder die wiederholten Übergriffe auf die Kneipe „Hirsch-Q“ in der Dortmunder Innenstadt zu nennen. „Rechte Gewalt ist in Dortmund Alltag, diese traurige Wahrheit bekamen vor Kurzem auch zwei Jugendliche zu spüren, die auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt von Mitgliedern der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld brutal zusammen geschlagen wurden.“ so Gomez weiter.

Die Ausstellung wird vom Forum gegen Rassismus Campus Dortmund in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund und der Arbeitsstelle Jugend & Demokratie des Dortmunder Jugendrings gezeigt. Sie wird in der Petrikirche dienstags bis freitags von 11 Uhr bis 17 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 16 Uhr zu sehen sein. Zudem wird es begleitende Diskussions- und Vortrags-Veranstaltungen geben. Für Schulklassen und Jugendgruppen bietet der Jugendring Dortmund/Arbeitsstelle Jugend und Demokratie Führungen durch die Ausstellung an. Diese Führungen werden von jungen AusstellungsbegleiterInnen durchgeführt. Es wird ein Kostenbeitrag von 20€ erhoben. Informationen zu den Führungen und Buchungen unter: 0231 – 4775611 oder E-mail: info (ät) demokratie-do.de.

Naziaufmarsch in Köln? – Läuft nicht!

Alle Jahre wieder… Völkischen Freaks entgegentreten.
Nazi-Aufmarsch am 10.12.11 in Köln-Kalk verhindern!

banner 10.12

Nazis, Verfassungsschutz, „Staatskrise“. Ausgerechnet jetzt, wo in
medialen und politischen Debatten der BRD die schockierte Erkenntnis
kursiert, dass Nazis in Deutschland (noch immer) morden. Ausgerechnet
jetzt, wo Presse und Politik der BRD immer noch den Skandal um die
staatlich organisierte Schützenhilfe des Verfassungsschutzes für den
„Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) verarbeiten. Inmitten
dieser heißgekochten Situation über staatliches Versagen bei der
„Überwachung“ von Rechtsradikalen planen Nazis der „Freien Kräfte
Köln“ (FKK) eine Demonstration, eine „Revanche“ gegen die öffentliche
Stimmung und natürlich für „Volkstreue und Vaterlandsliebe“.
(mehr…)

Neonazi Dennis Heumann geoutet

via Indymedia Linksunten

Einem Artiekl auf dem Linken Internetportal http://linksunten.indymedia.org/ zufolge, ist in Unna ein weiterer Neonazi des NW-Unna geoutet worden. „In den frühen Morgenstunden des 18.11.2011 wurde Dennis Heumann geoutet. Auf einem Flugblatt wurde der Neonazi, der der Gruppe „Nationaler Widerstand Unna“ (NW Unna) angehört, der Nachberschaft vorgestellt.“ heißt es dort. „Dennis Heumann wohnt in der Friedensstr. 19. In der direkten Umgebung wurden Deshalb über 50 Häuser mit Flugblättern bestückt und ca. 25 Plakate in der direkten Umgebung verklebt.“ schreiben die Verfasser_innen weiter. Zudem wird darauf eingegangen in welcher Form sich Heumann als Rechtsradikaler betätigt und zu welchen Demonstrationen er zuletzt fuhr.

Den vollständigen Artikel lesen.

Verfahren gegen Antifaschisten eingestellt

Vor einigen Monaten kam es vor dem Amtsgericht Unna zum ersten Prozesstag gegen vier Antifaschisten aus dem Kreis Unna, denen vorgeworfen wurde am 8. Mai 2010 einen Wahlkampfstand der NPD angegriffen zu haben. Nun wurden alle Verfahren wegen Landfriedensbruch vom Amtsgericht eingestellt.
Wir sehen den Entscheid des Gerichts als Bestätigung für unsere Aussage, den NPD-Infostand nicht angegriffen zu haben. Die Gewalt ist vielmehr von den Neonazis ausgegangen, die Reizgas versprühten und mit einer Stange auf die Antifaschisten einschlugen. Die Auseinandersetzung entstand, nachdem eine Gruppe Nazi-Gegner_innen gegen den Infostand protestierte und Flugblätter verteilte. Die Antifaschisten machten dei dem körperlichen Angriff der Nazis lediglich von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch.
Nur zwei Personen aus dem Wahlkampfteam waren NPD-Mitglieder, unter ihnen der Kandidat Günther Hartwig. Bei den anderen Wahlkämpfern handelte es sich um zum Teil einschlägig wegen Gewalttaten vorbestrafte Mitglieder des „Nationalen Widerstands Dortmund“.

Vorverurteilungen
Seit den Geschehnissen am 8. Mai 2010 wird in Unna immer wieder über angebliche linke Gewalt debattiert, vor allem die FDP diffamiert antifaschistische Aktionen als „extremistisch“. Unmittelbar nach dem 8. Mai äußerte die FDP-Ratsfrau Christel Kleefeld, sie sei sich sicher, die Linken hätten den Infostand überfallen. Gleichzeitig schien Kleefeld aber die beiden Gruppen nicht auseinander halten können, da alle Beteiligten schwarze Kleidung getragen hätten. So zählte sie den Nazi der ´beherzt´ mit einer Eisenstange vom NPD-Sonnenschirm auf Antifaschist_innen einschlug zu den selbigen. Ihre Aussagen führten dazu, dass in der Öffentlichkeit die Antifaschist_innen als die schuldigen Täter wahrgenommen wurden.
Die FDP sollte sich vor dem Hintergrund der eingestellten Verfahren bei den Antifaschisten entschuldigen und von Vorverurteilungen zukünftig Abstand nehmen. Überhaupt verwundert die Leidenschaft einiger FDP-Politiker_innen, mit der sie „linke Gewalt“ auszumachen und mit „Extremismus“-Vorwürfen um sich zu werfen. Zum Problem der Neonazi-Aktivitäten herrscht bei diesen Liberalen nämlich meist Funkstille. Wir werden nicht zulassen, dass engagierte Antifaschist_innen als „Extremisten“ diskreditiert und so auf eine Ebene mit Neonazis gestellt würden. LINK: Extremismustheorie

Fragwürdige Ermittlungsmethoden
Die Polizei hat zum Teil „sehr fragwürdige Ermittlungsmethoden“ eingesetzt. So wurde einem polizeibekannten Neonazi Fotos von der Auseinandersetzung gezeigt, obwohl dieser nicht am Tathergang beteiligt oder überhaupt anwesend war. Die Beamten ließen “Verdächtige” durch den lokalen Neonazi identifizieren und stellten so weitere Anzeigen. Dass sich die Polizei die örtliche Neonazi-Szene zur Hilfe nimmt, um Antifaschisten zu verfolgen, ist skandalös. Die Aussagen des Neonazis hatten Ermittlungsverfahren gegen die von ihm Beschuldigten zur Folge.

Antifaschismus ist nicht extremistisch, sonder extrem wichtig!
Hätten Polizei und Staatsanwaltschaft die vom Hellweger Anzeiger zur Verfügung gestellten Fotos des Geschehens richtig ausgewertet, wäre unschwer zu erkennen gewesen, dass die körperlichen Gewalttätigkeiten eindeutig von Naziseite ausgingen. Aber Polizei, Staatsanwaltschaft, ein Teil der Presse und einige Stadtverbände der örtlichen Parteien, allen voran die FDP, hatten scheinbar ein großes Interesse den Antifaschismus zu diskreditieren! Bedauerlich ist, dass es überhaupt zur Anklage von Antifaschisten kam. Hiermit war für Betroffene und Unterstützer finanzieller und zeitlicher Aufwand verbunden.

Wegweiser in die Vergangenheit: Broschüre über Straßennamen

Die Antifaschistische Union Dortmund hat kürzlich eine lesenswerte Broschüre veröffentlicht, die sich mit Straßennamen beschäftigt, die auf NS-belastete sowie militaristische und kolonialistische Namensgeber verweisen. Die Veröffentlichung soll dazu angeregen, sich mit der geschichtspolitischen Bedeutung von Straßennamen auseinanderzusetzen und die jeweiligen Benennungen auch kritisch zu hinterfragen. Im Kreis Unna wurden in diesem Jahr vor allem über zwei Straßen in Bergkamen und Schwerte debattiert, die nach der NS-Kitsch-Dichterin Agnes Miegel benannt sind.
Straßennamen sind dem öffentlichen Verkehr gewidmet und dienen in erster Linie zur räumlichen Orientierung. Sie sind dabei im Alltagsbewusstsein nur als bloße Bezeichnung geläufig, der jeweilige spezifische vergangenheitspolitische Hintergrund der Namen spielt für die meisten BürgerInnen wohl kaum eine Rolle. Allerdings gehören gerade sie zum sichtbaren Teil der Vergangenheitspolitik einer Stadt und dokumentieren die zur Zeit ihrer Verleihung vorherrschenden Geschichtsbilder, die abhängig von politischen Verhältnissen und soziokulturellen Rahmenbedingungen sind. Straßennamen sind also historisch gewachsen und ihre (Um)-Benennungspraxis ist keinesfalls unpolitisch. Das Erinnern an geschichtsträchtige Ereignisse und Persönlichkeiten geschieht im öffentlichen Raum demnach nicht nur mittels von Denkmälern und Gedenktafeln, sondern auch durch die Benennung von Straßen und Plätzen.

Die 36-seitige Broschüre kann hier im pdf-Format heruntergeladen werden.