Archiv der Kategorie 'Neonazi-Aktivitäten'

Langjähriger rechter Aktivist tritt bei Demonstration der AfD auf

Bei der Demonstration der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Unna am 22. April ist mit Andreas Kalbitz ein langjähriger Aktivist der rechten Szene angekündigt. Die Antifa UNited gibt einen Überblick über die Redner und ihre Verstrickungen in die Naziszene.

Neben Michael Schild, dem Sprecher des AfD-Kreisverbandes Unna sollen auf der geplanten Demonstration auch David Eckert, Mitglied im Vorstand der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ sowie Andreas Kalbitz, Stellvertretender Vorsitzender der AfD in Brandenburg, reden. Ein genauer Blick auf diese Redner zeigt, dass die AfD ein Sammelbecken für Rassisten und Neonazis mit bürgerlichem Anstrich ist.

Insbesondere der Brandenburger Kalbitz hat eine langjährige Geschichte in der rechten Szene. (mehr…)

Nationalismus ist Keine Alternative – Gegen den Aufmarsch der AfD am 22.04.2016

Update 14.04.2016: Unsere Kungebung gegen den Aufmarsch der AfD ist angemeldet am Rand des Marktplatz, Schäferstraße Ecke Gerhart-Hauptmann-Straße.

Am 22. April möchte die „Alternative für Deutschland“ einen Aufmarsch in Unna abhalten. Unter dem Motto „Merkel muss weg“ sammelt sich eine Bewegung, deren Kerninhalte aus Rassismus, Wohlstandschauvinismus und einem Familienbild aus der Steinzeit bestehen. Wir sagen: Nationalismus ist keine Alternative und rufen zu einer Kundgebung und Aktionen gegen den Aufmarsch auf.

Die AfD plant eine Route durch die Unnaer Innenstadt. Vom Lindenplatz am ZIB möchte sie über den Nordring, Bahnhofsstraße, Martkplatz und Massener Straße zurück zum Ausgangspunkt laufen. Bereits jetzt wurden von verschiedenen Initiativen Proteste gegen den Aufmarsch angekündigt. Auf dem Platz vor der Stadtkirche soll ein Begegnungsfest stattfinden, entlang der Route wollen Parteien und politische Gruppen Protest organisieren.

Wir beteiligen uns an den Gegenaktionen und werden eine Kundgebung am Rande der AfD-Demonstration organisieren, die als Anlauf- und Infopunkt dienen wird. Zusätzlich werden wir in einem Liveticker vom Geschehen um die Demonstation der AfD und die Proteste dagegen berichten. Die Kundgebung beginnt um 18:00 Uhr, für Ort und weitere Informationen achtet auf Ankündigungen.

Antifa-Demo in Hamm: Geschlossen gegen rechtes Gedankengut


Für den 3.Oktober ruft der haekelcub590, Hamms antifaschistisches Jugendbündnis, zur Demonstration „Entschlossen gegen rechtes Gedankengut – Vom Stadtrat bis zum Stammtisch“ auf. Treffpunkt ist um 12:00 am Willy-Brandt-Platz vor dem Hammer Hauptbahnhof. Anlass der Demo ist ein Aufmarsch der Neonazi-Partei „Die Rechte“. Mehr Informationen hier.

Mobilisierungsveranstaltung in Werne

Das Cafè Chaos und das Bündnis gegen Rechts Werne organisieren am Montag, den 22. September eine Informationsveranstaltung zu den Gegenprotesten in Hamm. Los geht es um 19 Uhr im JuWeL (Bahnhofsstraße 10, 59368 Werne). Mehr Informationen hier.

Naziaufmarsch am 3. Oktober in Hamm angekündigt

via NRW Rechtsaußen

Der Hammer Kreisverband der Neonazi-Partei „Die Rechte“ kündigt für den 3. Oktober einen Aufmarsch in der Stadt am östlichen Rande des Ruhrgebiets an. Das Motto der am „Tag der Deutschen Einheit“ stattfindenden Demonstration lautet „Wir sind das Volk – Gemeinsam für Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung“. In ihrem in Internet veröffentlichten Aufruf wird die „weltpolitische Lage“ – genannt werden die militärischen Konflikte in Israel/Palästina, der Ukraine und Syrien – zum Anlass genommen, um die angeblich fehlende „Souveränität“ Deutschlands zu beklagen und vor einem „herrschenden Globalismus“ zu warnen. Die Nationalstaaten würden immer mehr Kompetenzen an „supranationale Organisationen“ übergeben und so Gefahr laufen, sich aufzulösen. Die „Völker“ würden zu einem „multikulturellen Einheitsbrei“ „verschmelzen“. In „ein bis zwei Generationen“ – so orakeln die Neonazis – hätten sich dann „die über Jahrhunderte gewachsenen europäischen Kulturvölker weitgehend aufgelöst“. (mehr…)

Nazi-Randale vor dem Dortmunder Rathaus: Unnaer NPD-Chef Voß vor Ort

Am Sonntagabend versuchten Neonazis von „Die Rechte“ und der „Skinfront Dortmund-Dorstfeld“ mit brutaler Gewalt das Dortmunder Rathaus zu stürmen. Die Neonazis setzen Pfefferspray, Flaschen und Faustschläge an. Mehrere Personen wurden verletzt. Das Bündnis Blockado aus Dortmund schreibt über den Vorfall: „Mitglieder der verschiedensten Parteien und autonome AntifaschistInnen postierten sich währenddessen vor dem Eingang des Rathauses, um den Neonazis deutlich zu zeigen, dass sie im Rathaus nicht willkommen sind. Die Neonazis, die in Hooligan-Manier in einheitlichen T-Shirts gekleidet waren, griffen daraufhin die Menschen vor dem Rathaus an. Unter den Angreifern waren etliche Kader des verbotenen “Nationalen Widerstands Dortmund”, unter anderem Dennis Giemsch und Dietrich Surmann. Der Angriff der Neonazis erfolgte mit äußerster Brutalität: (…) Die Nazis haben versucht in SA-Manier das Rathaus zu stürmen, aber zahlreiche Antifaschisten haben sich ihnen in den Weg gestellt.” (mehr…)

Hintergrundinformationen über „Die Rechte“

via Antifa Linke Münster

Seit gut zwei Jahren existiert mit „Die Rechte“ eine weitere neonazistische Partei, die sich in Konkurrenz zur NPD organisiert und sich zum Sammelbecken verbotener oder aufgelöster „Kameradschaften“ entwickelt hat. Als „Alternative“ zur NPD konnte sich „Die Rechte“ aber noch nicht durchsetzen. Der Aufbau von Parteistrukturen verläuft schleppend und jüngst scheiterte die Teilnahme an den Europawahlen an fehlenden Unterstützungsunterschriften. In NRW versucht sich „Die Rechte“ nun in einzelnen Städten an einer Kandidatur zu den Kommunalwahlen im Mai. (mehr…)

Neue Broschüre: Neonazi-Aktivititäten im Kreis Unna 2011-2013

Vor drei Jahren haben wir die Broschüre „Kein Platz für Nazis?! Neonazi-Strukturen im Kreis Unna. Akteure – Inhalte – Aktivitäten“ (DOWNLOAD) veröffentlicht, in der wir ausführlich über die Strukturen von NPD und „Freien Kameradschaften“ informierten. Nun legen wir nach und schreiben die Chronik neonazistischer Aktivitäten für die Jahre 2011-2013 fort. Vieles der damaligen Analyse hat weiterhin Bestand, manches hat sich verändert. Am bedeutsamsten ist wohl das weitere Zusammengehen vom „Freien Netz Unna“ und der lokalen NPD. Seit einigen Monaten kündigt die NPD an bei der Stadtratswahl in Unna am 25. Mai zu kandidieren. Sollte der NPD tatsächlich eine Kandidatur gelingen – sie benötigt dazu vor allem ausreichend KandidatInnen sowie Unterstützungsunterschriften – werden wir ihren Wahlkampf durchkreuzen! Hintergrundinformationen sind dazu wichtig, besonders wenn sie dazu dienen können, die bürgerliche Fassade der Neonazi-Partei NPD herabzureißen. Um Publikationen, wie diese zu erstellen, sind wir auch auf eure Informationen angewiesen. Schickt uns per Email Erkenntnisse über Neonazi-Aktivitäten und lokale AktivistInnen.

Die neue Chronik könnt ihr HIER DOWNLOADEN.

Rechte Kandidaturen zur Kommunalwahl

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai will die NPD in Unna kandidieren. „Pro NRW“ und „Die Rechte“ wollen in den Rat der Stadt Hamm einziehen. Eine kurze Zusammenfassung der angekündigten Wahlantritte.

Unna: NPD-Kandidatur zum Stadtrat angekündigt

Der NPD Kreisverband Unna/Hamm hat Anfang Februar einen neuen Vorstand gewählt. Hans-Jochen Voß aus Unna wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Bei der Veranstaltung sind nach eigenen Angaben auch die DirektkandidatInnen für den Stadtrat von Unna aufgestellt worden. Über Jahrzehnte hatte sich die NPD in der Stadt am östlichen Rand des Ruhrgebiets nicht mehr zur Wahl gestellt. Zuletzt gewann sie 1968 mit einem außerordentlich hohen Ergebnis von 11,5 Prozent vier Sitze im Rat. Ein Jahr später fiel sie allerdings auf 4,2 Prozent zurück. Die diesjährige Kandidatur ist durch aktive Neumitglieder ermöglicht worden: Neonazis aus den Reihen des “Freien Netzes Unna” sind in den letzten Jahren in die NPD eingetreten. Mit den “Freien Kameradschaften” arbeitete Voß seit jeher eng zusammen. “Kameradschaftler” halfen in Wahlkämpfen, gemeinsam organisierte man Vortragsveranstaltungen, und immer wieder spendete Voß Geldbeträge für die Neonazi-Gruppen in Unna, Dortmund oder Hamm. (mehr…)

Zum Abschneiden extrem rechter Parteien bei der Bundestagswahl 2013

Bei der Bundestagswahl 2013 bekam die NPD von allen extrem rechten Parteien im Kreis Unna die meisten Stimmen. Sie konnte damit ihr Ergebnis von 2009 fast halten. Die „Republikaner“ (REP) verloren weiter und kamen nur auf 0,1 % bzw. 0,2 %. Die erstmals angetretene „Bürgerbewegung pro Deutschland“ erzielte 0,3 % bzw. 0,2 %. Ein noch schlechteres Ergebnis fuhr die Neonazi-Partei „Die Rechte“ ein.

In den beiden Wahlkreisen erzielte die NPD 1,0% (Unna I) bzw. 1,2% (Hamm-Unna II) der Zweitstimmen. Bei den Erststimmen schnitt die NPD etwas besser ab, nämlich mit 1,5 % ( Unna I) und 1,8 % in (Hamm-Unna II). Anders als die rechte Konkurrenz konnte die NPD mit Hans Joachim Schubert aus Wickede (Kreis Soest) und dem NPD-Kreisverbandsvorsitzenden Hans Jochen Voß aus Unna (siehe Foto) zwei Direktkandidaten aufstellen.

Voß ist seit den 1960er Jahren in der NPD und ist die wichtigste Stütze des lokalen Kreisverbandes. Er organisiert maßgeblich die monatlichen Schulungsveranstaltungen, die mittlerweile in Hamm stattfinden. Zuletzt war am 28. September 2013 der Liedermacher Frank Rennicke zu Gast. Voß ist bekannt dafür, dass er einen guten Draht zu den militanten Nazi-Kameradschaften hält. Seit dem Verbot der „Kameradschaft Hamm“ und des „Nationalen Widerstands Dortmund“ im Sommer letzten Jahres treten diese als Partei „Die Rechte“ auf. Obwohl man sich nun in einem Konkurrenzverhältnis befindet, wird die Zusammenarbeit fortgesetzt. „Die Rechte“ Hamm veröffentlichte einen Aufruf, in dem sie zur Wahl von Voß per Erststimme und zur Wahl von „Die Rechte“ per Zweitstimme aufrief. Sein Geld verdient Hans Jochen Voß mit der „Verbraucher Versicherungsvermittlungs Zentrum Gmbh“ (VVZ) mit Sitz am Markt in Unna.

Ihre besten Ergebnisse (Erststimmen) erzielte die NPD in Lünen mit 2,2% (- 0,2 % ), Bergkamen mit 2,1 (0,1%) und Selm mit 1,8 % (0,3%). Leicht zulegen konnte die Partei in Kamen, wo sie sich um 0,1% auf 1,4 % verbesserte. 2542 Menschen aus dem Kreis Unna machten im diesen Jahr ihr Kreuz bei der Neonazi-Partei.

Die NPD trat im Wahlkampf vor allem durch Plakate und Postwurfsendungen auf. Die so genannte „Deutschlandtour“ des NPD-Bundesvorstands machte keine Station im Kreis Unna, sondern fuhr lediglich die Nachbarstädte Hamm und Dortmund an. Im Wahlkampf erhielt die NPD Unterstützung von den Neonazis des „Freien Netz Unna“. In Bergkamen und Unna-Massen wurden gemeinsam Flugblätter verteilt.

Die Pfingsten 2012 gegründete Neonazi-Partei „Die Rechte“ war bei dieser Wahl nur eine Randerscheinung. Im Kreis Unna wurde sie gerade einmal von 29 Personen, in Hamm von 62 Personen gewählt. Allerdings führte die Partei auch keinen richtigen Wahlkampf durch. „Bei unserem Wahldebüt kam es uns nicht auf das Ergebnis an“, erklärte „Die Rechte“ Hamm nach der Wahl. Man habe mit dem Wahlantritt lediglich beweisen wollen, dass man eine politische Partei sei. De facto ist „Die Rechte“ Hamm aber nichts anderes als die Nachfolgeorganisation der verbotenen „Kameradschaft Hamm“. (mehr…)

Nachtrag: 600 gegen Nazis in Hamm

Demo_20Juli

Für den 20. Juli hatte die Partei “Die Rechte” eine Demonstration mit 250 Teilnehmer_innen angekündigt, die durch die südliche Hammer Innenstadt laufen sollte. Als direkte Nachfolgeorganisation der verbotenen Kameradschaft Hamm, bleibt es der gleiche Scheiß: SAME SHIT – DIFFERENT LABEL. Die zentrale Gegendemonstration hatte erneut das antifaschistische Jugendbündnis Hamm, der haekelclub 590, organisiert. Parteien, der DGB und viele Gruppen und Organisationen hatten zu der Demonstration aufgerufen. Statt der erwarteten 300 Demonstrierenden kamen dann jedoch mehr als 600 Menschen in der Nähe des Hammer Bahnhofes zusammen.

Über den Westenwall und die Sternstraße führte die Demonstration zum Standort der alten Synagoge. Dort beleuchtete ein Redebeitrag der selbstorganisierten Flüchtlingsorganisation “Jugendliche ohne Grenzen” die Lage von Flüchtlingen. In einem anschließenden Wortbeitrag wurde an den historischen Ort und die Verbrechen der Reichsprogromnacht am 9.11.1938 erinnert. Dass der Oberbürgermeister dies im Vorfeld massiv versuchte zu verhindern und Einfluss auf die Versammlungsbehörde nahm, wirkt nach dem großen Zuspruch noch stärker wie eine Farce. Schweigend verlies die Demonstration diesen mahnenden Ort.

Zum Abschluss wurde es an der Ecke Sternstraße/Südring jedoch nochmal laut. Als der Nazi-Aufmarsch mit den dann nur 70 – 150 Teinehmer_innen vorbeizog, wurden die Regler des Lautsprecherwagens nach oben gedreht und die gemeinsamen Sprechchöre noch lauter und deutlicher. Aber auch nach der Auflösung der Demonstration blieb es nicht leise entlang der Wegstrecke. Viele Anwohner_innen und Antifaschist_innen machten im Viertel deutlich, was sie vom Naziaufmarsch hielten: Wir haben keinen Bock auf euch! Danke für die großartige Unterstützung und das deutliche Zeichen gegen Neofaschismus in Hamm!

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