Archiv der Kategorie 'Neonazi-Aktivitäten'

Nachtrag: 600 gegen Nazis in Hamm

Demo_20Juli

Für den 20. Juli hatte die Partei “Die Rechte” eine Demonstration mit 250 Teilnehmer_innen angekündigt, die durch die südliche Hammer Innenstadt laufen sollte. Als direkte Nachfolgeorganisation der verbotenen Kameradschaft Hamm, bleibt es der gleiche Scheiß: SAME SHIT – DIFFERENT LABEL. Die zentrale Gegendemonstration hatte erneut das antifaschistische Jugendbündnis Hamm, der haekelclub 590, organisiert. Parteien, der DGB und viele Gruppen und Organisationen hatten zu der Demonstration aufgerufen. Statt der erwarteten 300 Demonstrierenden kamen dann jedoch mehr als 600 Menschen in der Nähe des Hammer Bahnhofes zusammen.

Über den Westenwall und die Sternstraße führte die Demonstration zum Standort der alten Synagoge. Dort beleuchtete ein Redebeitrag der selbstorganisierten Flüchtlingsorganisation “Jugendliche ohne Grenzen” die Lage von Flüchtlingen. In einem anschließenden Wortbeitrag wurde an den historischen Ort und die Verbrechen der Reichsprogromnacht am 9.11.1938 erinnert. Dass der Oberbürgermeister dies im Vorfeld massiv versuchte zu verhindern und Einfluss auf die Versammlungsbehörde nahm, wirkt nach dem großen Zuspruch noch stärker wie eine Farce. Schweigend verlies die Demonstration diesen mahnenden Ort.

Zum Abschluss wurde es an der Ecke Sternstraße/Südring jedoch nochmal laut. Als der Nazi-Aufmarsch mit den dann nur 70 – 150 Teinehmer_innen vorbeizog, wurden die Regler des Lautsprecherwagens nach oben gedreht und die gemeinsamen Sprechchöre noch lauter und deutlicher. Aber auch nach der Auflösung der Demonstration blieb es nicht leise entlang der Wegstrecke. Viele Anwohner_innen und Antifaschist_innen machten im Viertel deutlich, was sie vom Naziaufmarsch hielten: Wir haben keinen Bock auf euch! Danke für die großartige Unterstützung und das deutliche Zeichen gegen Neofaschismus in Hamm!

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Neonazis Demonstrieren – Runder Tisch betet – Antifaschisten protestieren an der Route

Viel Polizei, eine Hand voll Rechter und Beten das es aufhören mag. Das ist die Bilanz des Freitag Abends in der Unnaer Innenstadt. Etwa 20 Neonazis demonstrierten in der Stadt, während vor der Katharinenkirche ein „Friedensgebet“ stattfand.

“Für Frieden und gegen gar nichts”, umschreibt der Hellweger Anzeiger die Devise. Gut 200 Menschen hatten sich am Freitag Abend auf dem Rathausplatz versammelt, um gemeinsam ein Friedensgebet zu sprechen. Mirko Dürer, Pressesprecher der Antifa United: „Die Neonazis bekamen davon leider nichts mit. Die Gelegenheit, den nur 50 Meter entfernt marschierenden Neonazis ihre Ablehnung zu zeigen, haben die Betenden verpasst.“

Eben diese Neonazis zogen von ihrem Startpunkt am alten Busbahnhof im Kreis über die Platanenallee, Parkstraße und Hammer Straße wieder an ihren Ausgangspunkt zurück. Vom angekündigten Fackelmarsch war allerdings wenig zu sehen. „Bereits im Vorfeld wurde den Rechten das Mitführen von Fackeln untersagt,“ erklärt Dürer. „Und auch der Begriff Marsch ist bei dem traurigen Aufgebot eher fehl am Platz.“

Trotz der Polizeiabsperrungen gelangten an mehreren Stellen Gegendemonstrant_innen an die Route des Naziaufmarsches. Auch ein Transparent mit der Aufschrift „No Nazis“ wurde an einem Haus entlang der Route aufgehängt. „Wir freuen uns über die Aktionen an der Route,“ so Dürer. „Anders als die Organisator_innen des Friedensgebets sind wir der Meinung, dass Neonazis nicht ignoriert werden dürfen.“

Auch abseits der Demonstration waren Antifaschist_innen aktiv. Während des Naziaufmarsches wurden Informationsflyer im Wohnumfeld einiger Neonazis aus Unna Verteilt. Auf den Flyern wurden die Nachbarn der rechten Kader auf die Neonazis in ihrem Umfeld hingewiesen.

Naziaufmarsch am 19.07. in Unna

Am Samstag, den 20. Juli 2013, wollen die Neonazis der Partei ‘Die Rechte’ (Landesverband NRW) und parteifreie ‘Kräfte’ aus dem östlichen Ruhrgebiet in Hamm “Konsequent für Deutsche Interessen eintreten”. Unter dem selben Motto haben sie zudem zu einem ‘Aufmarsch’ in Unna aufgerufen, der am Vorabend zum Hammer Aufmarsch geplant ist. Am Freitag, den 19. Juli, wollen sie so mit einem Fackelzug durch die Unnaer Innenstadt laufen. Was ihre Deutschen Interessen sind, ist uns allerdings schon lange bekannt. Wir blicken zurück:

Im September 2011 wird bekannt, dass die Nazis aus Hamm und Unna eine Veranstaltung am Vorabend des Naziaufmarsches in Hamm geplant haben. Anmelder war der auch heute noch aktive Unnaer Neonazi Dennis Heumann. (link outing) Unter “Unna erwache”- und “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus”-Rufen drehten ca. 45 Personen, abgeschirmt von der Polizei, vom Busabstellplatz am Unnaer Bahnhof aus eine Runde durch ein Wohngebiet. In Redebeiträgen stellten sie ihr ungebrochenes Verhältnis zum Nationalsozialismus dar.

Einziger Lichtblick an diesem Tag war eine gut besuchte antifaschistische Demonstration und lautstarker Protest am Rande des Naziaufmarsches. Ca. 200 Menschen waren damals gekommen, um sich klar gegen Neonazis in Unna zu positionieren.

Es hat sich was getan…

Nachdem im August 2012 die Kameradschaften aus Dortmund, Aachen und Hamm vom nordrhein-westfälischen Innenminister Jäger verboten wurden, fielen sowohl der jährliche ‘Antikriegstags’-Aufmarsch in Dortmund, als auch der Aufmarsch der KS-Hamm im Oktober aus. Doch es dauerte nicht lange, bis die Rechten sich von diesem Schlag erholten. Einige Monate später gründeten sie diverse Kreisverbände der Partei ‘Die Rechte’, sowie einen Landesverband in NRW. Mit diesem versuchen die Nazis in Dortmund und in Hamm erneut in die Öffentlichkeit zu treten. Mit annähernd selben Inhalten und Aussagen treten die Nazis unter dem Schutz der Demokratie wieder auf die Straße.

Auf die Straße gegen Neonazis – in Unna und Hamm

Der Aufmarsch in Unna ist auch der Versuch, die Antifaschistische Vorabenddemo in Hamm zu torpedieren. Wir werden nicht in diese Falle tappen, eine Demonstration in Konkurrenz zur Antifa Hamm anzumelden. Den Neonazis werden wir natürlich trotzdem entgegentreten. Kommt morgen an die Route des Naziaufmarsches und bereitet ihnen einen heißen Empfang!

Die Route des Naziaufmarsches lautet wie folgt:
Busbahnhof
Königsbornertor
Friedrich-Ebert-Straße
Platanenallee
Parkstraße
Hammer Straße
Königsbornertor
Busbahnhof

Same Shit – Different Label

Unter dem Titel „Same Shit – Different Label“, ruft ein Bündnis Hammer AntifaschistInnen dazu auf, am 20.072013 gegen einen Aufmarsch der Partei die Rechte zu Demonstrieren. Die Neonazis wollen an diesem Wochenende unter dem Motto „Konsequent für deutsche Interessen“ sowohl durch Hamm, als auch am Vorabend durch Unna marschieren.

Schon als der Hammer Kreiseverband der Partei noch unter dem Label „Kameradschaft Hamm“ aktiv war, versuchten sie einen Jährlich stattfindenden Aufmarsch in Hamm zu etablieren. Nicht zuletzt durch ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen und Einzelpersonen wurde der Aufmarsch von Jahr zu Jahr schwächer besucht und unaktraktiever. Als Innenminister Jäger im August 2012 dann Die Kameradscht Hamm, sowie Neonazisgruppen aus Dortmund und Aachen verbot, war den Nazis ihr jährliches Event fürs erste genommen.
Doch Kameradschaft Hamm und natürlich auch die Neonazis aus Dortmund und Aachen haben nicht lange gebraucht, um sie neu zu Organisieren. Unter dem Schutz des Parteinsystems versuchen sie als „Die Rechte“ mit annähernd selben Kadern und Inhalten erneut auf die Straße zu gehen.

Während es bei der Partei „Die Rechte“ ganz offen rassistische und antisemitische Positionen sind, die sie selbst als Faschisten enttarnen, sind die modernen Formen von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus meist versteckter oder struktureller Natur.Diese Rassismen in der Mitte der Gesellschaft, die sich in sogennanten Stammtischparolen reproduzieren, sind der noch immer fruchtbare Schoss, auf den die Neofaschisten abzielen.Hier lebende Menschen werden aufgrund ihrer Andersartigkeit benachteiligt – was dem gesellschaftlichen Mainstream als Fremd und Anders begegnet wird ausgegrenzt.

Deshalb gehen wir auf die Straße. Gegen den strukturellen Rassismus der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Gegen Neofaschisten, egal ob sie in einer Partei, einer Kameradschaft oder sonst wo organisiert sind. Gegen die Untätigkeit und Blindheit des gesellschaftlichen Mainstreams. Ob stumpfe Parole oder raffinierte Gesetzschreibung – es bleibt dabei: Same Shit – Different Label!
Kommt am 20. Juli nach Hamm zur Demonstration. Danach können wir gemeinsam den Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ bunt, kreativ und konsequent stören.

Mobilisierungsveranstaltung in Kamen

Am 16.07.2013 findet im GAL/DieLinke Zentrum eine Mobielisierungsveranstaltung zur Demonstration in Hamm statt. Los gehts um 19.30Uhr! Ihr findet das Zentrum „Am Markt 22″, in 59174 Kamen. Rechte jeglicher Art haben zur Veranstaltung selbstverständlich keinen Zutritt.

Mal wieder kein Naziaufmarsch in Bergkamen

Am Vormittag des 12. Januars fanden sich über 200 Menschen in der Bergkamener Innenstadt zusammen, um ein Zeichen gegen rechte Umtriebe in der Stadt zu setzen. In mehreren kleineren “Sternmärschen” zogen die Protestierenden in Richtung Herbert-Wehner-Platz, wo eine Kundgebung stattfand.

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Naziaufmarsch abgesagt.

Nach übereinstimmenden Aussagen der Polizei und des Anmelders wurde der für Samstag geplante Naziaufmarsch gestern abgesagt. Der aus persönlichen Gründen verhinderte Anmelder hatte offenbar niemanden gefunden, der an seiner Stelle den Aufmarsch anmelden wollte.

Die Antifa UNited begrüßt diesen Umstand und wird auf die geplante Kundgebung am Samstag verzichten. Das ebenfalls als Gegenaktion umdeklarierte Adventssingen auf dem Wehnerplatz wird stattfinden, allerdings im ursprünglich geplanten Rahmen.

Ein entspanntes Wochenende wünscht die

Antifa UNited

Hintergrundinformationen zum abgesagten Aufmarsch am 8.12. in Bergkamen

Am 8.12.2012 sollte eine Demonstration „gegen Kinderschänder“ in Bergkamen stattfinden. Anmelder der Demonstration ist der von Haltern am See nach Bergkamen verzogene 24-jährige Michael Bauer (in orange-weißer Puma-Trainingsjacke, siehe Fotos). Eine ähnliche von ihm angemeldete Demonstration, die am 2.12.2012 in Münster stattfinden sollte, fiel ebenfalls aus, da laut Bauer eine Mitveranstalterin krank geworden sei. Bauer versuchte die Demonstration als „eine Veranstaltung von Bürgern für Bürger“ darzustellen, die keinen „politischen Hintergrund“ habe. Doch der Anmelder bewegte sich in Haltern im Umfeld der „Autonomen Nationalisten“. Der Aufmarschversuch wurde deswegen schnell als Anliegen der rechten Szene öffentlich thematisiert, Protestaktionen wurden geplant.

Aussteiger aus der Neonazi-Szene?

Bauer reagierte auf die Vorwürfe, in dem er zuerst seine Internetseite frisierte. Die eigens für den Aufmarsch in Bergkamen eingerichtete Seite mit dem Namen “DEADLine Gegen Kindesmissbrauch und Pädophile Dreckschweine” (sic!) wurde in „DEADLine“ umbenannt. Texte auf der Seite wurden inhaltlich „entschärft“. Der Autorenname änderte sich von „deadline88“ in „deadline2012“.

Gegenüber der Presse und der Polizei behauptete Bauer, ein „Aussteiger“ aus der rechten Szene zu sein. In einer Erklärung im Internet schrieb er, dass er sich von „Nazivorwürfen“ distanziere: „ich hatte damals lediglich Kontakt zu einem Nazi der aber schon seit 3 Jahren nicht mehr besteht.“ (sic!) Wer anderes behaupte, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Doch die Behauptungen Bauers sind offensichtlich unwahr.

Fotos belegen, dass Bauer noch am 15.05.2011 als einer von knapp 40 TeilnehmerInnen an einem Naziaufmarsch in Recklinghausen teilgenommen hatte. Der Aufmarsch war unter dem Label einer „Bürgerinitiative gegen Kindesmissbrauch“ angemeldet worden. Organisatoren und Teilnehmende des Marsches, die die „Todesstrafe für Kinderschänder“ forderten und sich zum „Nationalen Sozialismus“ bekannten, entstammten ausschließlich aus der NPD und neonazistischen Kameradschaften. Unter ihnen waren mit Marion Figge und Phillippe Bodewig zwei Mitglieder des NPD-Landesvorstandes.

Ebenfalls anwesend waren der NRW-Vorsitzende der Jugendorganisation der NPD, Matthias Halmanns, sowie die damalige Vorsitzende der „Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene“ (HNG) Daniela Wegener . Die HNG wurde wenige Monate später vom Innenministerium verboten.

Einer der Organisatoren und Redner der Demo in Recklinghausen wirkte auch am Aufmarsch in Bergkamen mit. Michele Rethfeld (3. Foto mit Megaphon) ist seit einigen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv. Der Haltener gehört zu den „Autonomen Nationalisten Haltern“ und arbeitet für den „Kameradschaftsdienst“, einer braunen Sanitätstruppe. Bei Facebook empfehlen Bauer und Rethfeld den Teilnehmenden des Bergkamener Aufmarsches in „normaler Kleidung“ zu kommen und auf „Bekleidung wo irgendwelchen szeneinternen Sprüche oder so was aufgeführt sind“ (sic!) zu verzichten.

Keine Abkehr von der Szene

Diese Fakten lassen die Aussagen Bauers, mit der Neonazi-Szene nichts mehr zu tun zu haben, als Schutzbehauptungen erscheinen. Zudem steht Bauer weiterhin zu der extrem rechten Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“. Im Internet fordert er, „NICHT WEGSCHAUEN SONDERN DIE SCHWEINE WEGBALLERN!“

Neonazis haben seit geraumer Zeit erkannt, dass sie mit solchen Parolen auch Menschen erreichen, die sonst für ihre Propaganda kaum ansprechbar sind. Doch bei einem Emotionsgeladenen und Angst erzeugenden Problem wie sexualisierter Gewalt, stoßen die inhumanen Forderungen nach der Todesstrafe und die Gewaltphantasien der Selbstjustiz auf Zustimmung. Immer wieder werden deswegen Demonstrationen wie jene in Bergkamen und Recklinghausen angemeldet.

Wie den Opfern geholfen und wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Erwachsene verhindert werden kann, interessiert die Neonazis dabei nicht. Sie verschweigen ebenso, dass die Mehrzahl der Fälle von sexualisierter Gewalt von Personen aus dem engsten Umfeld des Opfers begangen wird – von Verwandten und Bekannten. Stattdessen werfen sie allen, die die Todesstrafe ablehnen, weil sie mit den Menschenrechten nicht vereinbar ist und zudem auch nicht mal ansatzweise das Problem sexualisierter Gewalt löst, vor, sie würden die TäterInnen schützen wollen oder hätten gar Verständnis für deren Taten.

Nachtrag

Der Aufmarsch am 8.12.2012 wurde mittlerweile vom Anmelder „aus Krankheitsgründen“ abgesagt. Er hat aber angekündigt, weitere Demonstrationen anmelden zu wollen.

Den Nazis lautstark entgegentreten! Gegen den Naziaufmarsch am 8.12. in Bergkamen!

Aufruf der Antifa UNited

Am Samstag, den 8.12. wollen Nazis durch Bergkamen marschieren. Dies wollen wir nicht zulassen. Wir rufen euch auf, gegen die Nazis zu demonstrieren!

Der Aufmarsch der Nazis soll um 15 Uhr am Busbahnhof starten und über die Ebert-Straße zum Markt ziehen. Im Internet wird auf einer eigens eingerichteten Website für den Aufmarsch geworben. Die Macher behaupten dort, dass es sich bei ihrer Aktion “um eine Veranstaltung von Bürgern für Bürger handelt“. Das ist aber gelogen. Bei der Polizei wurde der Marsch von einem aus Haltern nach Bergkamen verzogenen Nazi-Aktivisten angemeldet, weitere Nazis sollen Reden halten.

Die Nazis haben für ihren Aufmarsch ein emotional besetztes Thema gewählt, das bei vielen Menschen große Ängste auslöst. Es soll gegen Sexualstraftäter und Kindesmissbrauch gehen. Doch anstatt sich ernsthaft mit dem gesellschaftlichen Problem der sexualisierten Gewalt auseinander zu setzen, fordern die Nazis nur unmenschliche Strafen. Wie den Opfern geholfen und wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Erwachsene verhindert werden kann, interessiert sie nicht. Sie verschweigen ebenso, dass die Mehrzahl der Fälle von sexualisierter Gewalt von Personen aus dem engsten Umfeld des Opfers begangen wird – von Verwandten und Bekannten.

Es geht den Nazis vor allem darum, mit dem Aufmarsch für ihre menschenverachtenden Ideen zu werben und so neue MitstreiterInnen zu gewinnen. Auch in Bergkamen gibt es junge und alte Nazis und NPD-WählerInnen, die für diese Propaganda empfänglich sind. Die NPD verfügt sogar über eine eigene „Ortsgruppe“. Wohin deren rassistische Ideologie führen kann, wurde im August 2011 deutlich: Ein NPD-Mitglied und sein Mittäter zündeten den Rohbau einer Moschee an der Ernst-Schering-Straße an und legten zwei mal Feuer in einem großen Mehrfamilienhaus. Durch den Rauch wurden viele Personen verletzt. Die Täter haben aus „Hass auf Türken“ die Feuer gelegt, stellte das Gericht klar.

Kommt vorbei und seit laut!

Wir werden nicht zulassen, dass Nazis ungestört durch Bergkamen ziehen. Wir treffen uns deshalb ab 14:30 Uhr zu einer Protestkundgebung am Marktplatz. Bitte bringt Tröten, Trillerpfeifen und andere Geräte zum Krachmachen mit. Wir wollen unsere Ablehnung direkt zeigen. Wir haben keinen Bock auf Nazis – und das sollen sie sehen und hören!

Auf dem Herbert-Wehner-Platz wird eine weitere Kundgebung mit einem Adventssingen stattfinden. Wir begrüßen, dass dieser zentrale Platz von antifaschistischen Kräften besetzt ist. Wir sehen unsere Kundgebung nicht als Konkurrenzveranstaltung, sondern als Ergänzung. Der Widerstand gegen Nazis muss vielfältig und entschlossen sein.

Geht am 8.12. auf die Straße!
Kommt um 14:30 Uhr zu der Kundgebung am Marktplatz!

Neonazis wollen in Bergkamen aufmarschieren

Neonazis wollen am 8. Dezember in Bergkamen aufmarschieren. Ein von Haltern am See in’s zirka 40 Kilometer entfernte Bergkamen verzogener Neonaziaktivist soll nach Polizeiangaben eine Demonstration „gegen Kinderschänder“ angemeldet haben. Der Aufmarsch soll um 15 Uhr am Busbahnhof Bergkamen starten und mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz enden.

Unklar ist zurzeit noch, welche Neonazi-Struktur hinter der Planung des Aufmarsches steckt. Weder die Partei „Die Rechte“, die über Kreisverbände in den Nachbarstädten Hamm und Dortmund verfügt, noch die NPD Unna/Hamm mobilisieren öffentlich zu der Aktion. Auch das „Freie Netz Kreis Unna“ und andere Gruppierungen aus dem Spektrum der “Freien Kräfte” im Kreisgebiet äußern sich bis dato nicht. In Haltern am See, dem vormaligen Wohnort des Anmelders, existiert seit einigen Jahre eine aktive Szene „Autonomer Nationalisten“, die sich als Teil der 2010 aufgelösten „Aktionsgruppe Ruhr-Mitte“ verstand und u.a. die “Todesstrafe bei Sexual-, Kindes- und Massenmord” forderte. Michelle Rethfeld, einer ihrer besonders aktiven Protagonisten, trat zuletzt für den „Kameradschaftsdienst“, einer braunen Sanititätsgruppe, auf.

Kein aktueller Aufhänger erkennbar

Im Ruhrgebiet und im Rheinland haben Neonazis bereits mehrfach vor den Wohnungen mutmaßlicher Sexualstraftäter demonstriert, NRW rechtsaußen berichtete. Ein diesbezüglicher aktueller Anlass für die Demonstration ist jedoch zurzeit nicht erkennbar. Dass der in Haltern am See geplante Bau einer so genannten Maßregelvollzugsklinik (Forensik) für psychisch kranke StraftäterInnen die Neonazis „inspiriert“ haben könnte, erscheint indes möglich. Halterner BürgerInnen protestieren vehement gegen den Bau. Eine weitere forensische Klinik soll in Lünen, einer Nachbarstadt Bergkamens, entstehen.

Im Internet wird für den Aufmarsch unter dem Label “DEADLine Gegen Kindesmissbrauch und Pädophile Dreckschweine” (sic!) auf einer eigens eingerichteten Website geworben. Die Macher behaupten dort, dass es sich bei ihrer Aktion “um eine Veranstaltung von Bürgern für Bürger handelt und es keinen Politischen Hintergrund hat”. (sic!) Der Autor der Texte tritt allerdings unter dem bezeichnenden Namen “deadline88″ auf. Auch wird sich bei der “Dortmunder und Halterner Unterstützung dieses Projektes” bedankt.

Auf die Straße gegen Neonazis

Während also unklar ist, welche Dimensionen der angekündigte Aufmarsch erreichen wird, halten wir es in jedem Fall für wichtig, sich den Neonazis entgegenzustellen. Erst im letzten Jahr haben mehrere Brandstiftungen durch rechte Jugendliche in Bergkamen die mörderischen Ausprägungen der Ideologie der Neonazis deutlich gemacht.

Informationen zu Gegenaktivitäten findet ihr in Kürze an dieser Stelle.

Voß wurde in den NPD-Landesvorstand gewählt

Am 23. September wählte der NPD-Landesverband einen neuen Vorstand. Erstmals wurden Hans-Jochen Voß, Kreisvorsitzender für Unna/Hamm, in das oberste Gremium der NPD in NRW gewählt. Die Wahl von Hans-Jochen Voß könnte als Zugeständnis an den offen NS-nahen Flügel der NPD und damit an das Spektrum der “Freien Kräfte” bzw. “Nationalen Sozialisten” gewertet werden. Schließlich hat er in den letzten Jahren eng mit den Kameradschaften aus Hamm und Dortmund zusammen gearbeitet und diese auch finanziell unterstützt.

Nach den Verboten der „Kameradschaft Hamm“ und des „Nationalen Widerstands Dortmund“ unterstützt die lokale NPD die Neonazis bei ihren Versuchen der Re-Organisierung. So trafen sich führende Kader der Gruppen mit der NPD Anfang September in Hamm. Außerdem sollte Voß als Anmelder für einen Aufmarsch am 6.10. in Hamm fungieren, die Versammlungsleiter Sascha Krolzig nach dem Verbot seiner Kameradschaft bei der Polizei „abgemeldet“ hatte.

Der „Blick nach Rechts“ schreibt dazu:

„Auf der eigens für die Veranstaltung eingerichteten Facebook-Seite verbreitet Krolzig nun, es sei abgesprochen gewesen, dass der NPD-Kreisverband Unna/Hamm stattdessen eine neue Demonstration für den 6. Oktober anmelde. Dies sei dem Kreisverband, dessen Vorsitzender Hans Jochen Voß enge Beziehungen zu „Autonomen Nationalisten“ in der Region unterhält, jedoch untersagt worden. Ihm selbst sei bestätigt worden, so Krolzig, „daß niemand anderes als Holger Apfel persönlich das Vorhaben sabotiert hat“. Apfel entpuppe sich „einmal mehr als Feind des Nationalen Widerstandes, dem er schadet, wo es nur geht“.

Mehr Informationen hier:
Blick nach rechts
NRW rechtsaußen